Donnerstag, 23. Mai 2013

Hundewelpe gefunden, an nette und fürsorgliche Herrchen abzugeben

Gerade haben wir die letzte Hunderunde absolviert, da läuft uns dieser Welpe über den Weg. So wie es aussieht vielleicht 8-10 Wochen alt, extrem abgemagert, eine leicht verschorfte Bissverletzung am Hinterlauf und total eingeschüchtert.

Natürlich wie bei den letzten Pflegehunden auch: Die ehemaligen "Besitzer" sind hier ins Dorf gefahren, haben den Hund ausgeladen wie einen Sack Müll und sind dann weggefahren. Das Schicksal des verunsicherten Tieres ist ihnen vollkommen gleichgültig.

Wir machen uns derweil mal an die Erstversorgung: Leichtes Dosenfutter, eine kleine Menge Trockenfutter, Wasser, ein Bad mit Hundeshampoo gegen Haut-Parasiten und den Dreck.

Wenn jemand hier in Spanien lebt und diese liebe junge Hundewelpin adoptieren möchte... bitte umgehend bei uns melden. DANKE!

Bitte Repost und Share.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Der Euro ist am Ende - ein Rettungsplan

Die ersten Nachrichten die mir heute in der spanischen Presse begegnet sind erzeugten bei mir Kopfschütteln:

"Neue Rekorde im Tourismussektor" und "Ausländer kaufen wieder mehr Häuser"
 Quelle: El Economista

Nun wohne ich in der Region Murcia im Südosten Spaniens in einer Region, die in den letzten Jahren (Jahrzehnten) vermehrt auf Hausbau und Tourismus gesetzt hat. Daher könnte man meinen, hier in der Region würde man es ja merken, wenn Touristen kämen und Ausländer wieder mehr Häuser kaufen. Ich kann die propagierten Daten empirisch nicht bestätigen. Es gibt weniger Touristen denn je und es stehen weitaus mehr Häuser zum Verkauf als jemals zuvor, denn viele "Residenten" zum Beispiel aus England können es sich nicht mehr leisten in Spanien zu leben.

Aber selbst wenn die Aussagen die "El Economista" propagiert stimmen sollten, sind beide Daten kein Fundament für eine funktionierende Volkswirtschaft: Vom Häuslebau und Tourismus kann kein Land mit knapp 40 Millionen Einwohnen leben, Renten-, Sozial- und Krankenversicherung bezahlen.

Spanien ist aber kein Einzelfall:
Portugal ist de facto zahlungsunfähig, Irland geht es nur auf dem Papier gut, Zypern ist ein Loch ohne Boden was genausogut auf Griechenland zutrifft. Frankreich ist in Rezession eingetreten, die Krise schlägt jetzt auch dort durch, Deutschland kann seine Rolle im Euro nicht ewig halten und den Euro auch alleine nicht finanziell stemmen. Mit Slovenien haben wir bereits einen neuen Krisenkandidaten und es wird mit Sicherheit nicht dabei bleiben.

Der Euro wird scheitern, dass steht fest.

Es sei denn...

Es gäbe eine Möglichkeit die systemischen Fehler des Euro und des Euro-Raumes zu beheben, die Gemeinschaftswährung am Leben zu erhalten, den Spekulanten Paroli zu bieten und sich dem Mandat der Märkte zu entziehen.

An sich ist es ganz einfach, aber dafür umso schmerzhafter für die Krisengewinnler und für die systematisch steuervermeidenden Konzerne und Banken.

1. Schritt - Steuersystem angleichen.
Wenn im gesamten Euroraum ein einheitliches Steuersystem mit einheitlichen Steuersätzen herrscht, wird Steuervermeidung unmöglich. Staatseinnahmen werden planbar, projektierbar und vor allem lohnt es sich nicht mehr innerhalb europäischer Staaten Gewinne zu verstecken und verbuchen um Steuern zu vermeiden.

Auch das Einkommens- bzw. Lohnsteuersystem muss angeglichen werden, gleiche Steuersätze im gesamten Euroraum.

Letztlich muss das Steuersystem drastisch vereinfacht werden. So wenig Sondersteuern wie möglich, keine Steuerermässigungen oder -erstattungen. Steuern haben transparent zu sein und für jeden Bürger verständlich.

Steuervermeidungsmodelle müssen konsequent kriminalisiert werden, Steuerhinterziehung sollte nicht ausschliesslich strafrechtlich belangt werden, es sollte möglich sein das illegal angehäufte Vermögen "in toto" zu konfizieren.

Das Steuergeheimnis ist überkommen, die Steuererklärung hat öffentlich nachvollziehbar zu sein.

Firmen die Geschäfte in der Eurozone tätigen haben immer und ausnahmslos Steuern innerhalb der Eurozone zu entrichten.

2. Schritt - Mindestlohn für alle und überall.
Arbeit muss sich lohnen, aber immer für den der Arbeit hat und annimmt. Dazu gehört ein gesetzlich verankerter Mindestlohn, der im gesamten Euroraum identisch ist. Der Mindestlohn muss es ermöglichen ein menschenwürdiges Leben zu fristen und die Ausgaben des täglichen Lebens zu bestreiten.

Es ist Fakt, dass es nicht genug Lohnarbeit gibt für alle Menschen. Angesichts von Automation, Effizienzsteigerung, Überstunden und angehobener Lebensarbeitszeit wird es nie wieder etwas wie Vollbeschäftigung geben. Daher müssen diese Dogmen auf den Prüfstand. Sinnvoller wäre: 30 Stundenwoche, Verbot von "regulären" Überstunden. Lebensarbeitszeit bis 63, max. 65 in bestimmten Professionen muss diese Arbeitszeit angepasst werden (Risikofaktoren).

Wer sich gesellschaftlich engagiert sollte dafür entsprechend kompensatorisch entlohnt werden, auch wenn dies nicht in der Form eines regulären Arbeitsverhältnisses geschieht. Ziel muss es sein ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Mitglieder der Euro-Raums zu garantieren. Bürger die darüber hinaus für die Gesellschaft nutzbringende Tätigkeiten ausüben erhalten Vergünstigungen, Boni oder sonstige Anerkennung.

 3. Schritt - Qualität in Forschung und Bildung
Das Bildungsniveau in Europa ist nicht homogen, der Zugang zu Bildung ist nicht universell und unausreichend. Es braucht mehr Lehrer, Ausbilder, Professoren die einem europäischen Bildungsstandard folgen. Bildung muss wichtiger werden, vor allem muss ein Ziel der Bildung sein die Schüler und Studenten Methodiken an die Hand zu geben um zu einem zumindest passablen Autodidakten werden zu lassen. "Lifelong learning" muss sich als Standard durchsetzen, es kann und darf nicht sein, dass Naivität und Ignoranz von einigen Gesellschaftsschichten zelebriert werden.

Statt Geld für Drohnen und militärische Spielereien auszugeben, sollte Europa sich besser darauf konzentrieren die naheliegenden Probleme zu lösen: Energie, Versorgung, Ernährung, Transport, Bildung, Kommunikation, Klima, Medizin, Langlebigkeit, Altersforschung.

Projekte die sich als Milliardengräber entpuppen müssen sofort eingestellt werden, eine Gesellschaft kann es sich im Jahr 2013 nicht mehr leisten Beträge zu "versenken" mit denen man ganze Städte renovieren könnte.

Europa ist ein Fortschritts- und Kommunikationsfeindliches "Land". Wir müssen garantieren, dass unsere Jugend frei von nationalen Befindlichkeiten und Besonderheiten aufwächst, die "nationale Idee" ist rückwärtsgewandt und zivilisationsfeindlich. Daher muss ein stetiger kultureller Austausch erfolgen, Austauschprogramme und Auslandsstudien sind notwendig. Programme die die Ökonomisierung des Studiums zur Folge hatten müssen rückgängig gemacht werden (Bologna). Ein Studium hat nicht zwingend berufsvorbereitend zu sein, ein Studium soll höheren Zwecken dienen und nicht dem Ziel stromlinienförmige Konformisten für die Wirtschaft zu produzieren.

4. Schritt - Soziales Europa
Die Sozialleistungen in Europa haben einheitlich zu sein. Eine Zivilisation erkennt man daran, wie sie ihre Ärmsten behandelt, also sollten wir uns Mühe geben. Kranke und Arme sollten so gut wie nur möglich behandelt werden. Es darf keine Mehrklassenmedizin geben, Fortschritt und Stand der Technik müssen jedem offen stehen. Daher zahlen alle Bürger in eine gemeinsame Krankenkasse ein, die alle medizinisch notwendigen Behandlungen und Mittel einsetzt um die Bürger zu versorgen, das inkludiert natürlich Sehhilfen, Zahnersatz und Hilfmittel (zum Beispiel Blutzuckermessungen bei Diabetikern). Nicht indizierte Behandlungen könnte man privat versichern bzw. direkt bezahlen.

Soziales Engagement sollte belohnt werden. Auch wenn nicht für alle Menschen ein Arbeitsplatz vorhanden sein sollte, so gibt es mit Sicherheit genug Arbeit für alle. Diese Arbeit muss gerecht und angemessen entlohnt werden.

5. Schritt - Infrastruktur
Der Euro-Raum braucht eine Infrastruktur um den Anforderungen gerecht zu werden. Öffentlicher Nahverkehr hat Fahrscheinfrei zu erfolgen, Personennahverkehr ist kein Privileg sondern ein Menschenrecht, dieser muss aber nicht mit einem PKW erfolgen. Bus und Bahn können und müssen die Alternative darstellen, dabei muss sich der Staat von der Idee trennen, dass die Bereitsstellung von Infrastruktur eine Lizenz zum Gelddrucken darstellt: Es handelt sich um eine erforderliche Dienstleistung die durchaus aus defizitär sein darf, das liegt in der Natur der Sache. Einmal von dieser Idee abgekommen, kann wieder mit dem Ausbau von Bahn- und Buslinien begonnen werden.

Insgesamt muss sich die Gesellschaft und die Politik vom ökonomischen Denken lösen: Schulen, Krankenhäuser, Altersheime, Personentransport, Energieversorgung, Wasser usw. sind keine Unternehmen die tatsächlich Gewinne erwirtschaften sollten: Sie stellen die wichtigste Grundversorgung dar, also sollte man nicht mit Gewinnen rechnen.

6. Schritt - Wirtschaft
Geschäftsmodelle funktionieren, oder sie funktionieren nicht. Es ist nicht Aufgabe des Staates überkommene Geschäftsmodelle zu stützen. Das gilt auch und besonders für Kommunikationsunternehmen, Verlage, Medienunternehmen, Werbeunternehmen, Autohersteller, Atomkraftwerke etc.


[...]

WORK IN PROGESS --- WIRD NOCH ERWEITERT --- VORSCHLÄGE WILLKOMMEN

Mittwoch, 24. April 2013

Eine Replik auf Prof. Dr. Justus Haucap, Mitglied der Monopolkommission - "Netzneutralität: Die Perspektive eines Wettbewerbsökonomen"

Replik auf diesen Eintrag im INSM-Blog.

Sehr geehrter Herr Haucap,


als Mitglied der Monopolkommission und als Wettbewerbsökonom hätte ich ein wenig mehr Sachverstand, oder sollte ich sagen überhaupt Sachverstand, erwartet.


Schauen wir uns Ihre Argumentation Schritt für Schritt an:



"Zunächst einmal ist grundsätzlich festzustellen, dass eine preisliche Differenzierung nach Nutzungsverhalten durchaus sinnvoll ist."


Für diese Affirmation bringen Sie weder ein positives Argument, noch einen Beweis, als ob dies eine in Stein gemeisselte Tautologie wäre.



"Die Internet-Backbones sind nicht kostenlos einfach da, sondern müssen bezahlt werden. Dass nun die „heavy user“, die viel nutzen, mehr zahlen sollen als „light user“ ist absolut vernünftig. Das ist auf fast allen anderen Märkten auch so."

1. Die Datenübertragungskosten sinken seit Jahren beständig, während die DTAG für das vom Steuerzahler geschenkte Netz keinen Cent hinlegen musste. 

2. Die DTAG ist als Netzbetreiber nicht defizitär, ewig steigende Gewinnmargen sind kein Argument sondern ein Dogma.
3. Der sogenannte "heavy user" kann in weniger als 24 Stunden das Limit erreicht haben. Herr Haucap, wie nenne Sie einen Dienst der auf monatliche Nutzung ausgelegt ist und der nach einem Tag Nutzung nur noch als "funktional kaputt" zu bezeichnen ist?

Wenn ich mir ein ICE-Monatsticket kaufe, welches mich nach einem Tag Nutzung auf die Regionalbahn verweist, denn halte ich den Begriff "ICE-Ticket" (oder Highspeed-Internet, Flatrate, etc) für Neusprech aus der Marketingabteilung und eine Lüge. Einen Verstoss gegen UWG sollte man eventuell auch prüfen.


4. "Das ist auf fast allen anderen Märkten auch so."

Wieder eine Affirmation die so nicht stimmt. Flatrates sind den Kunden nicht von den Netzanbietern aufgezwungen worden, sondern sind das Ergebnis einer logischen und konsequenten Marktentwicklung und der Notwendigkeit diese Art von Infrastruktur als notwendigen Basisdienst zu sehen.
Was in allen Märkten gleich ist, ist das Bestreben den Kunden so weit wie möglich abzumelken, was ehemaligen Monopolisten sehr gut gelingt.


"Bei einer vorher nicht vereinbarten Drosselung des Dienstes gibt es jedoch immer Sonderkündigungsrechte."
Das ist fraglich, denn die sogenannten "Datacaps" gab es beinahe immer schon, nur schlummerte dies meist im Kleinstgedruckten.


"Wenn die Telekom in ihren neuen Tarifen eine Chance sieht, Gewinn und Umsatz zu steigern, ist auch die Beschränkung von Datenvolumen und Priorisierung von bestimmten Diensten grundsätzlich nicht verboten."

Dies zu prüfen obliegt zum einen der Netzagentur. Sollte die Monopolkommission damit betraut werden, dann möchte ich hoffen das Sie bis dahin eine differenziertere Meinung angenommen haben.



"Wem das missfällt, der kann ziemlich problemlos den Anbieter wechseln und sollte das auch tun. Der Breitbandwettbewerb hat sich auch Dank der Kabelanbieter in den letzten Jahren deutlich intensiviert. Wer nicht wechselt, wenn ihm sein Anbieter missfällt, ist selbst schuld."

An dieser Stelle müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, von der Materie nicht die geringste Ahnung zu haben. Der Breitbandausbau in Deutschland findet unter Ausschluss der Gemeinden und Dörfer statt. Die Tatsache das es in Städten mitunter 2, 3 oder mehr Wettbewerber gibt, sagt nichts über die Situation am Stadtrand aus! Abgesehen davon findet der Wettbewerb in den meisten Fällen auf dem Netz der Telekom statt, dass dieser bekanntlich par ordre mufti vom Steuerzahler geschenkt bekam, während der Wettbewerb diese Netze mühsam aufbauen muss.



"Die Idee, dass der Staat alle Anbieter zu einem möglichst gleichförmigen Angebot mit möglichst gleichen Tarifen zwingen soll, ist furchterregend."

Viel furchterregender ist die Tatsache, dass ein ehemaliger Monopolist der im Besitz der einzig flächendeckenden Infrastruktur ist, es sich erlauben kann solche Änderungen anzukündigen und dabei von einem Mitglied der Monopolkommission unterstützt wird. Haben Sie ihren Auftrag eventuell missverstanden?



"Der Wettbewerb lebt davon, dass Kunden ihren Anbieter wechseln, wenn er ihnen nicht gefällt."

Bitte erklären Sie dies den Kunden, die keine Alternativen haben. Ich bin gerne bereit solche Treffen zu vermitteln und sorge dafür dass die Beschwerdeträger ausreichend mit Mistgabeln und Fackeln versorgt werden.



"Aufgabe des Staates ist es nicht, für ein möglichst homogenes Durchschnittsangebot für alle zu sorgen [...]"

Ich gehe nicht davon aus, dass Ihnen das Konzept einer obligatorischen Grundversorgung bekannt ist, oder?


Nachtrag:
Bandbreite und Datenrate sind zwei verschiedene Dinge: http://myweb3.hs-harz.de/mkreyssig/af/pdf/BandbreiteDatenrate.pdf

Damit es auch hier nochmal ganz klar und deutlich gesagt wurde:

Wenn es der Telekom wirklich um eine bessere Resourcenverteilung (ergo Datenrate) ginge, dann würde sie mehr Menschen eine geringere Datenrate (= maximaler Datendurchsatz) zubilligen und nicht damit werben, dass schnellste Netz zu haben.

Weiterhin ergibt sich ein Paradoxon:

Der Nutzer kann nicht auswählen, wann denn sein "schnelles" Datenvolumen aktiviert ist. Statt dessen wird es generell und für alle am Anfang des Abrechnungszeitraumes freigeschaltet (siehe analog im Mobilfunk). Wenn also eine Netzüberlastung tatsächlich der Grund für die EInführung der Datacaps wäre, dann würde das Netz der DTAG am Anfang des Monats vollkommen kollabieren und erst im Schnitt ab Tag 3-7 des neuen Abrechungszeitraumes benutzbar werden, was dem Nutzer aber nichts bringt, denn an dieser Stelle ist das "Inklusivvolumen" der "Volumenflat" ja aufgebraucht und statt ICE fährt man jetzt Regionalbummelbahn.

Zweiter Denkfehler: Als Traffic wird laut Telekom sowohl eingehender als ausgehender Verkehr angerechnet. Wie geht man den mit UDP-Paketen um, die unangefordert empfangen werden? Sobald die IP-Adresse bekannt ist kann ein beliebiger anderer Teilnehmer diesen mit UDP-Traffic bombardieren und somit willentlich den Traffic eines Dritten hochjagen. Das wäre eine neue Form des digitalen Vandalismus. Kann das gewollt sein?

Herr Haucap, dass was die Telekom da treibt hat weder Hand noch Fuss und ist vor allem nicht durchdacht worden. Es ist schädlich für den Wirtschaftsstandort Deutschland, schädlich für die Innovation und stellt praktisch einen Internet-Zoll dar. Durch die Ausnahme bestimmter Dienste von diesem Zoll führt die Telekom einen Internet-Merkantilismus ein.

Wenn die Sie oder die Monolpolkommission nicht die Qualifikation besitzen um die sich ergebenden Probleme zu erkennen, dann sind Sie doch hoffentlich in der Lage entsprechende externe Berater anzurufen und sich den Sachverstand so einzuholen. Wenn sie, wie hier offensichtlich geworden ist, dem Thema fachlich nicht gewachsen sind, dann sollten Sie sich einer solchen Aussage im Zusammenhang mit Ihrer Stellung verkneifen. So wie es jetzt aussieht, sind sie als Mitglied der Monopolkommission untragbar.  

Nachtrag 2:

Ich habe auf Youtube ein kleines Werbevideo gefunden, welches genau auf die aktuelle Einstellung der DTAG passt: 




Nachtrag 3 vom 25.4.2013:

In einem Gespräch auf Twitter zwischen @presseschauer und @haucap konnte man gestern Nacht sehen, mit welch sauberen Argumenten der Herr Haucap so arbeitet:

Wer seiner Argumentation nicht folgt ist dann eben ahnungslos.

Dienstag, 23. April 2013

Glosse des Tages - DTAG: Deutsche Telekom - Fragen und Antworten zur DSL-Drossel

Fragen und Antworten

23.04.2013
Angesichts des rasanten Datenwachstums stellt die Telekom die Tarifstruktur für Internetanschlüsse im Festnetz um. Wir wissen einfach nicht mehr wohin mit den ganzen Daten. Vielleicht kann uns ja Dropbox, Amazon oder Google erklären wie die die Daten halten und welches Futter die benötigen. Irgendeiner sprach von Cookies, aber wir können uns nicht vorstellen, dass man sich nur davon ernähren kann. Ausserdem braucht unser Vorstand neue Milliardenboni, wir haben es gerade erst geschafft die Verluste die von Ron Sommer  und der Obermännchen eingefahren wurden in der Bilanz zu verstecken. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den neuen Tarifstrukturen geben wir hier nicht, aber lesen Sie ruhig weiter.
Warum führt die Telekom auch im Festnetz Volumentarife ein?
Wir wollen den Kunden auch in Zukunft mit wenig Arbeit und ungenügender Infrastruktur das Geld aus der Tasche ziehen, dafür investieren wir weiterhin Milliarden in Managerboni und sinnlosen Auslandsaquisitionen um ein Global Player zu werden. Immer höhere Bandbreiten lassen sich aber nicht mit immer niedrigeren Preisen finanzieren, naja eigentlich schon, aber eben nicht wenn die gesamte obere Managementetage sich pro Jahr zwei Häuser am Tegernsee leisten möchte, ausserdem sind die Kontoführungsgebühren in der Schweiz gestiegen, vor allem bei den Banken die nach wie vor Wert auf Diskretion legen. Den Kunden mit sehr hohem Datenaufkommen werden wir in Zukunft mehr berechnen müssen, naja eigentlich müssen wir nicht, aber wir wollen, also werden wir es machen und die Kunden werden es bezahlen, schliesslich sind wir ja immer noch so gut wie Monopolist, gelle? Volumentarife sind im Mobilfunk längst üblich, also sind die Kunden an Abzocke ohnehin gewöhnt. Warum also liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben. Und sie haben den Vorteil, dass wir an den Kunden mehr verdienen müssen, die das Internet beruflich, schulisch oder künstlerisch nutzen.
Wie wird die Beschränkung eingeführt?
Die Einführung der neuen Tarife erfolgt schleichend: Zunächst werden zum 2. Mai 2013 die Leistungsbeschreibungen für neue Verträge angepasst, natürlich ins Kleinstgedruckte, wie es sich für einen guten Konzern gehört. Bestehende Verträge sind von den Änderungen nicht betroffen, zumindest sagen wir das heute. Morgen kann das schon anders sein, wir werden die betroffenen Kunden selbstverständlich spätestens dann informieren, wenn 3-5 Reklamationen pro betroffenen Kunden eingegangen sind. Oder auch nicht, whatever. Wann die Telekom die Geschwindigkeitsreduzierung tatsächlich einführt, hängt von der Willkür und Geldgier gelangweilter Produktmanager ab. Wir gehen bisher davon aus, dass wir die Limitierung technisch nicht vor 2016 umsetzen, schliesslich arbeiten wir hier mit Vollprofispezialisten von T-Systems. Vorher bekommen Kunden die Möglichkeit, ihren tatsächlichen Datenverbrauch im Kundencenter im Internet nachzuvollziehen, naja was heisst schon "nachvollziehen", wir aktualisieren den Zähler mittels einer random-Funktion und schauen wer es merkt. Mit der Umsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung wird die Telekom Zubuchoptionen einführen, schliesslich wollen die gelangweilten Produktmanager mal wieder neue Produkte kreiern. Damit können Kunden über das integrierte Volumen hinaus das Internet mit Hochgeschwindigkeit nutzen, ausser Youtube, denn das bekommen wir nicht hin. Die Details der Zubuchoptionen wird die Telekom rechtzeitig bekannt geben, aber wir sind sicher das wir einen guten Schnitt machen.
75 Gigabyte sind doch viel zu wenig!
Im Schnitt verbraucht ein Kunde heute 15 bis 20 Gigabyte (GB). Wenigstens gilt das für unsere Referenzgruppe im Altenheim Waldesruh in der Nähe unserer Konzernzentrale. Das geringste integrierte Datenvolumen wird 75 GB betragen. Neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails ist dieses Volumen beispielsweise ausreichend für zehn Filme in normaler Auflösung plus drei HD-Filme, plus 60 Stunden Internetradio, plus 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming, also mehr als ausreichend für jemanden der einen Hauptberuf hat und mindestens 2 Nebenjobs um sich das Leben in Deutschland leisten zu können. Leistung muss sich wieder lohnen und Prokastrination im Internet muss man sich auch leisten können, also geht arbeiten ihr faules Pack!
Warum erhöht die Telekom nicht einfach die Preise für alle?
Das wäre ja doof und würde die Bundesnetzagentur auf den Plan rufen. Indem wir "mimimimi Netzüberlastung" rufen und dann die Netzneutralität kaputtmachen wecken wir doch keinen Beamten auf!
Will die Telekom nicht einfach nur abzocken?
Von Abzocke kann keine Rede sein, also ein klares JA. Vorteil der Volumentarife ist, dass damit in Zukunft alle Kunden mehr zahlen müssen. . Grundsätzlich gilt: Die Telekommunikationsbranche in Deutschland insgesamt verzeichnet sinkende Umsätze bei steigenden Gewinnen, für ein börsennotiertes Unternehmen ist das nicht hinnehmbar, denn wir benötigen steigenden Umsatz bei raketengleich steigenden Gewinnen, so wie die Strombranche. Gleichzeitig stehen Milliardeninvestitionen in den Breitbandausbau an die wir uns nicht leisten wollen, schliesslich hat uns der Staat das Netz geschenkt, jetzt sollen die gefälligst auch den Ausbau bezahlen, wo kämen wir hin wenn wir Investitionen tätigen müssten? Es muss für Unternehmen die Möglichkeit geben, mit Investitionen Geld zu verdienen... sagt zumindest die FDP. Leistung anderer muss sich für uns lohnen. Oder so.
Was ist mit Entertain?
Wissen wir auch nicht. Nutzt das irgendwer? Keine Sorge, bald werdet ihr müssen, da wir euch Youtube, Hulu, Netflix, Amazon und Co wegnehmen werden.
Was ist mit Sprachtelefonie?
Benutzt das jemand? Das Skypen werden wir euch abgewöhnen, Hangouts sind für uns ja auch so ein rotes Tuch... Benutzt doch das Telekom-Netz, wir führen bald interessante Minuten-Pakete ein.
Und was ist mit Fon?
Teilen Kunden künftig über WLAN TO GO (Kooperation mit Fon) ihr WLAN mit anderen Nutzern, läuft das hierbei erzeugte Datenvolumen separat und wird für das Volumen des Kunden ebenfalls nicht angerechnet. Wenn ihr also schlau seit, macht ihr das Filesharing über den FON-Zugang, da gibt es auch keine Störerhaftung!
Verstößt die Telekom damit nicht gegen die Netzneutralität?
Was?!
Was kann ich machen, wenn ich mein Volumen aufgebraucht habe?
Die tatsächliche Umsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung erfolgt frühestens 2016, oder zu einem beliebigen Zeitpunkt früher, denn verbindlich ist nur was im Vertrag steht und nicht auf einer FAQ-Seite die wir in 5 Minuten editieren können. Naja sobald wir jemanden bei T-Systems gefunden haben der HTML und CSS kann.