Dienstag, 28. Mai 2013

Hunde-Elend


Das sind Chilli (die beigefarbene) und Choco (dunkel). Das Geschwisterpaar, beide Weibchen, ist knapp 8-10 Wochen alt und wurde von uns hier im Dorf (San Cayetano, Murcia, Spanien) vor ein paar Tagen mitten auf der Strasse gefunden. Diese Welpen wurden einfach so ausgesetzt! Wie viele streunende Hunde hier im Dorf kennen sie nur ein Schicksal: Sie werden von ausserhalb in dieses Dorf gefahren und dann werden sie aus dem Auto gestossen und verlassen. Niemand kümmert sich um sie, manchmal spielen Kinder mit ihnen, allzuoft auch rabiat, Tritte und Stockschläge sind nicht selten. Diese Tiere haben auf der Strasse keine Chance, die werden von Autos erfasst, vom Tierfänger gefangen und eingeschläfert, wenn sie es doch schaffen sich eine Weile durchzuschlagen sind diese Hunde meist krank, unterernährt, voller Parasiten und dem Menschen gegenüber misstrauisch und ängstlich.

In "staatlichen" Tierheimen, so es diese noch gibt in Zeiten der Krise, werden diese Tiere nach nur wenigen Wochen (manchmal bei extremer Überbelegung sogar nach Tagen) getötet. Private Tierheime gibt es zwar ein paar, aber alle lehnen die Neuaufnahme von Tieren ab, man sei komplett überlastet und könne keine Hilfe leisten.

Wir selber haben mit +Charles Darwin von und zu Wau vor knapp 7 Jahren bereits einen Hund von der Strasse geholt und behalten. Dank vieler Spender konnten wir vor gut einem Jahr dem Findelhund Mercy die operative Wiederherstellung der Beine und die komplette Mobilität erreichen, Mercy hat zum Glück ein neues Herrchen und Zuhause gefunden.


Chilli
Chilli und Choco lieben Stöckchen!
Choco

Chilli und Choco allerdings haben hier in Spanien wenig bis gar keine Chancen ein Herrchen oder eine Bleibe zu finden, aber beide brauchen dringend ein Zuhause.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Hundewelpe gefunden, an nette und fürsorgliche Herrchen abzugeben

Gerade haben wir die letzte Hunderunde absolviert, da läuft uns dieser Welpe über den Weg. So wie es aussieht vielleicht 8-10 Wochen alt, extrem abgemagert, eine leicht verschorfte Bissverletzung am Hinterlauf und total eingeschüchtert.

Natürlich wie bei den letzten Pflegehunden auch: Die ehemaligen "Besitzer" sind hier ins Dorf gefahren, haben den Hund ausgeladen wie einen Sack Müll und sind dann weggefahren. Das Schicksal des verunsicherten Tieres ist ihnen vollkommen gleichgültig.

Wir machen uns derweil mal an die Erstversorgung: Leichtes Dosenfutter, eine kleine Menge Trockenfutter, Wasser, ein Bad mit Hundeshampoo gegen Haut-Parasiten und den Dreck.

Wenn jemand hier in Spanien lebt und diese liebe junge Hundewelpin adoptieren möchte... bitte umgehend bei uns melden. DANKE!

Bitte Repost und Share.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Der Euro ist am Ende - ein Rettungsplan

Die ersten Nachrichten die mir heute in der spanischen Presse begegnet sind erzeugten bei mir Kopfschütteln:

"Neue Rekorde im Tourismussektor" und "Ausländer kaufen wieder mehr Häuser"
 Quelle: El Economista

Nun wohne ich in der Region Murcia im Südosten Spaniens in einer Region, die in den letzten Jahren (Jahrzehnten) vermehrt auf Hausbau und Tourismus gesetzt hat. Daher könnte man meinen, hier in der Region würde man es ja merken, wenn Touristen kämen und Ausländer wieder mehr Häuser kaufen. Ich kann die propagierten Daten empirisch nicht bestätigen. Es gibt weniger Touristen denn je und es stehen weitaus mehr Häuser zum Verkauf als jemals zuvor, denn viele "Residenten" zum Beispiel aus England können es sich nicht mehr leisten in Spanien zu leben.

Aber selbst wenn die Aussagen die "El Economista" propagiert stimmen sollten, sind beide Daten kein Fundament für eine funktionierende Volkswirtschaft: Vom Häuslebau und Tourismus kann kein Land mit knapp 40 Millionen Einwohnen leben, Renten-, Sozial- und Krankenversicherung bezahlen.

Spanien ist aber kein Einzelfall:
Portugal ist de facto zahlungsunfähig, Irland geht es nur auf dem Papier gut, Zypern ist ein Loch ohne Boden was genausogut auf Griechenland zutrifft. Frankreich ist in Rezession eingetreten, die Krise schlägt jetzt auch dort durch, Deutschland kann seine Rolle im Euro nicht ewig halten und den Euro auch alleine nicht finanziell stemmen. Mit Slovenien haben wir bereits einen neuen Krisenkandidaten und es wird mit Sicherheit nicht dabei bleiben.

Der Euro wird scheitern, dass steht fest.

Es sei denn...

Es gäbe eine Möglichkeit die systemischen Fehler des Euro und des Euro-Raumes zu beheben, die Gemeinschaftswährung am Leben zu erhalten, den Spekulanten Paroli zu bieten und sich dem Mandat der Märkte zu entziehen.

An sich ist es ganz einfach, aber dafür umso schmerzhafter für die Krisengewinnler und für die systematisch steuervermeidenden Konzerne und Banken.

1. Schritt - Steuersystem angleichen.
Wenn im gesamten Euroraum ein einheitliches Steuersystem mit einheitlichen Steuersätzen herrscht, wird Steuervermeidung unmöglich. Staatseinnahmen werden planbar, projektierbar und vor allem lohnt es sich nicht mehr innerhalb europäischer Staaten Gewinne zu verstecken und verbuchen um Steuern zu vermeiden.

Auch das Einkommens- bzw. Lohnsteuersystem muss angeglichen werden, gleiche Steuersätze im gesamten Euroraum.

Letztlich muss das Steuersystem drastisch vereinfacht werden. So wenig Sondersteuern wie möglich, keine Steuerermässigungen oder -erstattungen. Steuern haben transparent zu sein und für jeden Bürger verständlich.

Steuervermeidungsmodelle müssen konsequent kriminalisiert werden, Steuerhinterziehung sollte nicht ausschliesslich strafrechtlich belangt werden, es sollte möglich sein das illegal angehäufte Vermögen "in toto" zu konfizieren.

Das Steuergeheimnis ist überkommen, die Steuererklärung hat öffentlich nachvollziehbar zu sein.

Firmen die Geschäfte in der Eurozone tätigen haben immer und ausnahmslos Steuern innerhalb der Eurozone zu entrichten.

2. Schritt - Mindestlohn für alle und überall.
Arbeit muss sich lohnen, aber immer für den der Arbeit hat und annimmt. Dazu gehört ein gesetzlich verankerter Mindestlohn, der im gesamten Euroraum identisch ist. Der Mindestlohn muss es ermöglichen ein menschenwürdiges Leben zu fristen und die Ausgaben des täglichen Lebens zu bestreiten.

Es ist Fakt, dass es nicht genug Lohnarbeit gibt für alle Menschen. Angesichts von Automation, Effizienzsteigerung, Überstunden und angehobener Lebensarbeitszeit wird es nie wieder etwas wie Vollbeschäftigung geben. Daher müssen diese Dogmen auf den Prüfstand. Sinnvoller wäre: 30 Stundenwoche, Verbot von "regulären" Überstunden. Lebensarbeitszeit bis 63, max. 65 in bestimmten Professionen muss diese Arbeitszeit angepasst werden (Risikofaktoren).

Wer sich gesellschaftlich engagiert sollte dafür entsprechend kompensatorisch entlohnt werden, auch wenn dies nicht in der Form eines regulären Arbeitsverhältnisses geschieht. Ziel muss es sein ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Mitglieder der Euro-Raums zu garantieren. Bürger die darüber hinaus für die Gesellschaft nutzbringende Tätigkeiten ausüben erhalten Vergünstigungen, Boni oder sonstige Anerkennung.

 3. Schritt - Qualität in Forschung und Bildung
Das Bildungsniveau in Europa ist nicht homogen, der Zugang zu Bildung ist nicht universell und unausreichend. Es braucht mehr Lehrer, Ausbilder, Professoren die einem europäischen Bildungsstandard folgen. Bildung muss wichtiger werden, vor allem muss ein Ziel der Bildung sein die Schüler und Studenten Methodiken an die Hand zu geben um zu einem zumindest passablen Autodidakten werden zu lassen. "Lifelong learning" muss sich als Standard durchsetzen, es kann und darf nicht sein, dass Naivität und Ignoranz von einigen Gesellschaftsschichten zelebriert werden.

Statt Geld für Drohnen und militärische Spielereien auszugeben, sollte Europa sich besser darauf konzentrieren die naheliegenden Probleme zu lösen: Energie, Versorgung, Ernährung, Transport, Bildung, Kommunikation, Klima, Medizin, Langlebigkeit, Altersforschung.

Projekte die sich als Milliardengräber entpuppen müssen sofort eingestellt werden, eine Gesellschaft kann es sich im Jahr 2013 nicht mehr leisten Beträge zu "versenken" mit denen man ganze Städte renovieren könnte.

Europa ist ein Fortschritts- und Kommunikationsfeindliches "Land". Wir müssen garantieren, dass unsere Jugend frei von nationalen Befindlichkeiten und Besonderheiten aufwächst, die "nationale Idee" ist rückwärtsgewandt und zivilisationsfeindlich. Daher muss ein stetiger kultureller Austausch erfolgen, Austauschprogramme und Auslandsstudien sind notwendig. Programme die die Ökonomisierung des Studiums zur Folge hatten müssen rückgängig gemacht werden (Bologna). Ein Studium hat nicht zwingend berufsvorbereitend zu sein, ein Studium soll höheren Zwecken dienen und nicht dem Ziel stromlinienförmige Konformisten für die Wirtschaft zu produzieren.

4. Schritt - Soziales Europa
Die Sozialleistungen in Europa haben einheitlich zu sein. Eine Zivilisation erkennt man daran, wie sie ihre Ärmsten behandelt, also sollten wir uns Mühe geben. Kranke und Arme sollten so gut wie nur möglich behandelt werden. Es darf keine Mehrklassenmedizin geben, Fortschritt und Stand der Technik müssen jedem offen stehen. Daher zahlen alle Bürger in eine gemeinsame Krankenkasse ein, die alle medizinisch notwendigen Behandlungen und Mittel einsetzt um die Bürger zu versorgen, das inkludiert natürlich Sehhilfen, Zahnersatz und Hilfmittel (zum Beispiel Blutzuckermessungen bei Diabetikern). Nicht indizierte Behandlungen könnte man privat versichern bzw. direkt bezahlen.

Soziales Engagement sollte belohnt werden. Auch wenn nicht für alle Menschen ein Arbeitsplatz vorhanden sein sollte, so gibt es mit Sicherheit genug Arbeit für alle. Diese Arbeit muss gerecht und angemessen entlohnt werden.

5. Schritt - Infrastruktur
Der Euro-Raum braucht eine Infrastruktur um den Anforderungen gerecht zu werden. Öffentlicher Nahverkehr hat Fahrscheinfrei zu erfolgen, Personennahverkehr ist kein Privileg sondern ein Menschenrecht, dieser muss aber nicht mit einem PKW erfolgen. Bus und Bahn können und müssen die Alternative darstellen, dabei muss sich der Staat von der Idee trennen, dass die Bereitsstellung von Infrastruktur eine Lizenz zum Gelddrucken darstellt: Es handelt sich um eine erforderliche Dienstleistung die durchaus aus defizitär sein darf, das liegt in der Natur der Sache. Einmal von dieser Idee abgekommen, kann wieder mit dem Ausbau von Bahn- und Buslinien begonnen werden.

Insgesamt muss sich die Gesellschaft und die Politik vom ökonomischen Denken lösen: Schulen, Krankenhäuser, Altersheime, Personentransport, Energieversorgung, Wasser usw. sind keine Unternehmen die tatsächlich Gewinne erwirtschaften sollten: Sie stellen die wichtigste Grundversorgung dar, also sollte man nicht mit Gewinnen rechnen.

6. Schritt - Wirtschaft
Geschäftsmodelle funktionieren, oder sie funktionieren nicht. Es ist nicht Aufgabe des Staates überkommene Geschäftsmodelle zu stützen. Das gilt auch und besonders für Kommunikationsunternehmen, Verlage, Medienunternehmen, Werbeunternehmen, Autohersteller, Atomkraftwerke etc.


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WORK IN PROGESS --- WIRD NOCH ERWEITERT --- VORSCHLÄGE WILLKOMMEN