Donnerstag, 23. Juli 2009

Schnutinger, Lobo, Lumma und das grosse #vodafail

Bisher habe ich nur mitgelesen und mich nicht aktiv in die aktuelle (und gerade absterbende Debatte) um die Vodafone-Kampagne und deren Hauptakteure eingemischt.

Zum Teil weil mich diese Kampagne nichteinmal periphär tangierte, sie ist was das TV angeht abgekupfert, altbacken und schon tausendmal gesehen, zum anderen weil der "Webzwonull"-Teil meines Erachtens ohnehin in die Hose gehen musste. Vodafone Deutschland hatte noch nie ein allzugutes Händchen für Werbung und PR, geschweige denn ein echtes Konzept zum Begeistern von Neukunden UND zur Bindung (nicht Versklavung!) von Altkunden.

Der Lobo-Typ ist mir erstmal als Phrasendrescher bei der Zensursuladebatte aufgefallen, ansonsten habe ich bisher noch nicht allzuviel von ihm gehört (über ihn allerdings schon). Lumma war mir zumindest namentlich bekannt und auch Adnation ist mir das eine oder andere mal über den Weg gelaufen.

Schnutinger war mir, bis zu dem PR-Desaster, vollkommen unbekannt.

Die Motive der Beteiligten "Kreativen" und Testimonials waren sicherlich vielfältig, beim einen war es Gier, beim anderen Mediengeilheit und beim sonstwem wird es schlicht Neugier gewesen sein. Welches Motiv Schnutinger getrieben hat? Keine Ahnung, allerdings wird wohl eine Menge Naivität dabeigewesen sein.

Resultat: Schnutinger bekam den angestauten Hass mancher Mitglieder der Community zu spüren. Aber hey? So ist das Leben.

Wer sich länger im Netz bewegt und vielleicht schon die Vorfahren der "Social-Networks" kennengelernt hat (Mailboxen, UseNet, IRC), dem werden diese Reaktionen bekannt vorkommen: Hat es alles schon gegeben, haben wir alle schon gesehen.

Das sich Schnutinger jetzt eingeschnappt in ihr virtuelles Schneckenhaus verkriecht, kein "Webzwonull" mehr machen will (Wobei Blogs nur EIN Teil dessen sind) ist für Sie selber tragischer als für die Netizen, es wird jemand anderes kommen, alle sind ersetzbar.

Allerdings hätte die Reaktion auch anders ausfallen können, Schnutinger hätte schlicht und einfach den Vorfall unter "dumm gelaufen" verbuchen können, ein wenig selbstkritischer reagieren müssen und in wenigen Tagen (höchstens Wochen) wäre da meiste vergeben und wenig später sogar vergessen gewesen.

Andere Blogger die sich weitaus mehr aus dem Fenster lehnen haben schlimmeres überstanden (und an Ihnen scheint auch fast alles abzuprallen).

Ich bin allerdings zu der Auffassung gekommen das Vodafone das Twittermom-Debakel entweder willentlich produziert oder zumindest fahrlässig toleriert hat. Daher auch mein Vorwurf an Vodafone: Dies war unnötig!

Schnutinger wird eines Tages zurückkehren (sagt sie zumindest jetzt schon selber), während der Makel des Zensurproviders und des PR-Desasters noch eine ganze Weile an Vodafone haften bleibt.

Ob in diesem Zusammenhang Lumma, Lobo und Adnation dauerhaften Schaden davontragen bleibt abzuwarten. Bei einigen ist das Ego derhaft gigantisch, dass selbst diese Ereignisse nicht mehr als einen Mückenstich darstellen.
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