Mittwoch, 2. Dezember 2009

Replik auf die Ennomane

Replik auf den Blogpost der Ennomane.


    Ich finde das die Diskussion sich immer weiter von dem entfernt, was a) eigentlich das Problem der Schweizer (und nicht nur), sondern ausserdem auch noch die Aussage von Aaron König war.

Ich habe den Text von Aaron gelesen, hast Du das auch? Wo schreibt er “Die Muslime”? Er schreibt “der Islam”. Der Islam ist kein Mensch, der Islam ist keine Rasse, der Islam ist nicht mal eine Religion wie wir sie klassischerweise heutzutage verstehen. Der Islam gleicht mehr der katholischen Religion zu Zeiten der Hexenverbrennung, Inquisition und der Kreuzzüge. Heutzutage haben die meisten Europäer aber ein anderes Bild der Religion, ein Bild welches eben so auf den Islam an sich nicht zutrifft.

Aaron hat in keinem Wort Menschen angegriffen. Er hat eine Ideologie kritisiert. Dies steht ihm zu und nicht nur ihm.

Ich möchte die Problematik auf einen Punkt bringen: Nicht die Muslime sind das Problem, sondern eine vom Menschen abgekoppelte Ideologie.

Wie wir alle wissen (sollten), haben die meisten Religionen reformatorische Bewegungen hervorgebracht, haben sich, zumindest teilweise, dem Zeitgeist angepasst und “eterne Wahrheiten” auf den Prüfstand gebracht. Sogar die katholische Kirche, deren Fan ich nicht wirklich bin, hat es nach hunderten von Jahren geschafft Galileo und Darwin anzuerkennen!

Hier ist man vom hohen Ross gestiegen und hat sich der Wirklichkeit gestellt.

Weiterhin gestatten die meisten Religionen den Austritt oder den Wechsel der Konfession.

Der Islam hat aber diese reformatorischen Bewegungen bis heute im Keim erstickt, er hat sich sogar in den letzten 30 Jahren auf breiter Front fundamentalisiert!

Wie kann es sein, dass in keinem der “Gottesstaaten” echte Religionsfreiheit herrscht, dass dort das Mitführen einer Bibel zu schwersten Strafen führen kann, dass Frauen in Pakistan mit Säure verätzt werden, nur weil sie sich nicht so benehmen wie eine Religion samt weltlichem Verhaltensführer es vorschreibt?

Wie kann es sein, dass eine Frau die vergewaltigt wurde, im Gefängnis landet und mit Steinigung oder Auspeitschen rechnen muss?

Wie kann es sein, dass in Gottesstaaten Homosexuelle an Baukränen aufgehängt werden?

Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen wollen, dies alles habe rein gar nichts mit einer Ideologie zu tun, die diesen Menschen von klein auf aufoktroyiert wurde?

Seien wir doch mal ganz ehrlich, auch und gerade die Bibel enthält Stellen, die definitiv zu Hass, Gewalt, Segregation usw. anstacheln. Aber die Breite Masse distanziert sich recht klar davon.

Der Grundsatz des Islams, liebe Kenner der Materie, ist allerdings, dass Mohammed der Prophet mit dem Koran die absolute und endgültige Wahrheit von Allah erhielt. Diese Wahrheit ist nicht zu verändern, nicht zu interpretieren, nicht auszulegen sondern zu akzeptieren so wie sie ist und zwar in ihrer absoluten und unveränderlichen Vollkommenheit.

So ist es kein Wunder, dass die Menschen die WAHRHAFT glauben, sich darauf beziehen, dass Ungläubige entweder zu konvertieren oder zu sterben haben.

Die Zeiten in denen europäische Katholiken (als Beispiel) sich so verhalten haben ist zum Glück vorbei. Bei anderen Religionen wie dem Islam ist dies eben nicht so.

Allahs Gebot ist, alles was Dar-al-harb ist (Haus des Krieges) in das Dar-al-Islam zu verwandeln. (http://de.wikipedia.org/wiki/D%C4%81r_al-Harb)

Dazu gehört u.a. auch Taqqiya und Dschihad als Mittel zur Bekämpfung und Unterwerfung der Ungläubigen.

Wenn man sich unter diesen Voraussetzungen Umfragen unter Muslimen anschaut, die in ganz Europa leben und die Ihre Kultur als die wahre, einzig richtige ansehen und mitunter auch Gewaltakte für richtig und notwendig erachten, wenn man sich dann anschaut, was nach den Mohammed-Karikaturen passiert ist, oder wenn man sich auf kleiner, lokalen Ebene mal anschaut, wie es in einem Ghetto so zugeht, dann kann man durchaus verstehen, wenn die Bevölkerung eines Landes irgendwie Angst bekommt.

Die wenigen Bewegungen, die es im Islam in letzter Zeit gegeben hat um diese Entwicklung zu mildern oder gar umzukehren sind allesamt gescheitert. Die Initiatoren sahen sich als “Kuffar” beschimpft, mit Fatwas belegt und mit dem Tode bedroht in Situationen, in denen man es sich zweimal überlegt, ob man seine Überzeugung lebt oder lieber widerruft. Die Inquisition hätte wohl kaum schlimmer sein können.

Darf ich an Rushdie erinnern? Der eine oder andere mag sich noch an die “Satanischen Verse” erinnern. Was war so schlimm daran, dass plötzlich die gesamte islamische Welt diesem Menschen den Tod wünschte und alles daran legte dies auch zu verwirklichen?

Manchmal versucht Ihr alles und jeden zu verstehen, geht aber dabei immer von Euch selber aus, von der toleranten und weltoffenen Person, die alle respektiert und nur in Frieden leben möchte.

Kann sich auch nur einer unter Euch vorstellen, wie es ist wenn man immer und immer wieder vorgebetet bekommt man sei ein Herrenmensch, Ungläubige seien weniger wert als Tiere, der Mensch ist nur Allahs Untertan und hat sich bedingungslos den Geboten und Verboten zu unterwerfen (Islam bedeutet Unterwerfung, nur so als Anmerkung). Diese Menschen, diese Personen haben Meinungsfreiheit und Respekt vor anderen Ideologien nicht erlernt! Ganz im Gegenteil! Glaube ist in der Lage Vernunft beiseite zu wischen, Barmherzigkeit und Vergebung kann er vergessen machen, wenn man nur glühend und brennend GLAUBT.

Wie kann es sonst sein, dass selbst Kinder im Iran sich wünschen als Märtyrer zu sterben und möglichst viele Ungläubige mitzunehmen? Das ist indoktriniertes Verhalten, das hat rein gar nichts mit Vernunft zu tun!

Genauso die teilweise extremen Reaktionen bei den Mohammedkarikaturen. Mensch Leute, in Europa haben wir Meinungs- und Redefreiheit. Die Satire gehört nun mal dazu und auch wenn die katholische Kirche immer mal wieder aufschreit (wenn mal wieder Frösche gekreuzigt werden usw.) so habe ich deswegen noch keinen Aufruf des Papstes oder der Kardinäle gelesen, die Rache fordern.

Ich werde niemals bestreiten, dass es auch vernünftige Muslime gibt, dass es sogar sehr viele sind. Interessanterweise sind dies aber meistens die, die besser gebildet sind, sich ein wenig von der Religion entfernt haben und eben nicht so fundamentalistisch sind. Manche trinken sogar Wein und Bier!

Aber die grosse Masse, die eben nicht den Zugang zu Bildung hat, die ja zur Aufklärung beiträgt, die verhält sich eben nicht so.

Nochmal: Nicht Menschen sind das Problem, die Ideologie ist es, die sich selber als absolut, unveränderlich als eternes Dogma darstellt und die jeden der eine Veränderung initiieren will als Apostaten abstempelt und zum Tode verurteilt.

Posted via email from rafaelwv's posterous

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