Montag, 8. Februar 2010

Helene Hegemann - Der grosse Plagiator oder: vom Axolotl Roadkill zum Urheber-Overkill

Derzeit geht eine Nachricht durch den deutschen Blätterwald und die Medien: Helene Hegemann die "Nachwuchsautorin, Schauspielerin und Regisseurin" hat bei ihrem Buch Axolotl Roadkill abgeschrieben, plagiiert, schlichtweg raubmordkopiert.

Eines vorweg: Ich habe das "Buch" dieser Person nicht gelesen. Ich halte es statistisch für extrem unwahrscheinlich das ein Printerzeugnis des Ullstein Verlag einer Autorin mit Jahrgang 1992 und diesem Lebenslauf für mich wirklich die richtige Lektüre ist.
Allein der Titel dieses Machwerks erinnert mich frappierend an plattgefahrene Schwanzlurche, warum sollte ich so einen Schund lesen, ich bin sogar um die unsäglichen "Feuchtgebiete" herumgekommen.
Frau Hegemann hat also plagiiert, nunja das ist erstmal nicht überraschend. Was hätte uns denn eine Person mit ihrem Werdegang und Hintergund schon für weltbewegende Erkenntnisse mitteilen sollen? Ganz abgesehen davon, dass der Tatbestand des "Abschreibens" an sich an Universitäten zur Perfektion gebracht wird und weltweit in Wissenschaftskreisen als höchste Form der wissenschaftlichen Arbeit zelebriert wird.
Es ist nicht die Tatsache das Frau Hegemann sich bei einer ganzen Anzahl von Autoren aus dem Internet bedient hat, die mich aufregt. Und entgegen anderslautender Vermutungen ist es auch nicht die Tatsache, dass sie sich bei mir eben nicht bedient hat, sondern es ist eine Aussage die sie bei Ihrer "Entschuldigung" alias Presseerklärung macht:

"Das, was wir machen, ist eine Summierung aus den Dingen, die wir erleben, lesen, mitkriegen und träumen[...]"

"Originalität gibt's sowieso nicht, nur Echtheit."


 

Frau Hegemann definiert sich also nur als Summe von Einzelteilen, Erlebnisse und Einflüssen, ein wirres, diffuses und undefiniertes Konglomerat, ein Amalgam der Belanglosigkeit. Ich möchte Frau Hegemann an dieser Stelle widersprechen: Der Mensch ist weitaus mehr als die Summe seiner Teile, wer sich selbst aber auf so weniges reduziert hat sich, seine Existenz und sein Potential nicht begriffen.
Richtig schlimm wird es wenn sie versucht Originalität und Echtheit zu trennen, umzudefinieren und neusprechartig für sich als Rechtfertigung für ein einfaches Plagiat zu verwenden.
Ein Original per definitionem "echt". Vielleicht ist es nicht originell, aber das ist ein etwas anderes Thema.
Frau Hegemann ist also der Meinung alles sei erfunden, geschrieben, gesagt, erdacht und aufgeschrieben worden, es gäbe kein neues Wissen, kein neues Schaffen und es sei ihr Verdienst gewesen alte Suppe neu aufzuwärmen. Nein Frau Hegemann, so einfach kommen sie mir nicht davon!
Es gibt mehr Geschichten zu erzählen als Menschen auf der Welt leben, und sich mit so billigen Argumenten rauszureden nur weil man mit den Fingern in der Keksdose erwischt wurde. 
Das soetwas passieren musste war nur eine Frage der Zeit. Im Netz sind wirklich gute Texte zu finden, es gibt wahre Schätze zu beinahe jedem Thema, warum sich also nicht im Gratismarkt der Ideen bedienen und sich selber den Lorbeerkranz des Autors aufsetzen? Helene Hegemann hat dies getan und dabei hat sie sich nicht nur "inspirieren lassen" wie sie sagt, sie hat sich hemmungslos bedient ohne Rücksicht auf die wirklichen Autoren.

 

Posted via email from rafaelwv's posterous

Kommentar veröffentlichen