Montag, 19. Juli 2010

Ein "böser" Kommentar zu: F!XMBR - Schulreform in Hamburg gescheitert

 

Einleitung: Auf fixmbr.de stiess ich heute auf einen Text der die Entscheidung der Hamburger gegen die Schulreform zu stimmen vor allem mit dem üblichen "latenten" Rassismus zu begründen versuchte.

Ich persönlich mag diese Reaktion nicht, sie kommt immer wieder von einem Typ Mensch, den ich gerne als "Bessermenschen" klassifiziere. Diese Leute werden nicht müde Ihr Idealbild der Gesellschaft einfach jedem und allem aufzuoktroyieren, aber die eigenen Kinder gehen dann auf Privatschulen mit unter 1% Migrantenanteil (Ypsilanti), oder man sperrt sich gegen Moscheen und Spritzerstuben in direkter Nachbarschaft (Cem Özdemir) usw. usf.

Seien wir mal ganz schonungslos ehrlich: Otto-Normalmensch ist nunmal ein Rassist. Umuk aus Ostanatolien findet Deutsche alle Scheisse und Frauen ohne Kopftuch sind Huren und Schlampen die man ruhig auch mal härter anfassen darf.

Die "edlen Wilden" aus Afrika massakrieren sich mit munterer Regelmässigkeit gegenseitig ab, weil der eine einen anderen Stammesdialekt spricht, einen anderen Naturgott verehrt oder weil alle zusammen was gegen Albinos haben.

Und Norddeich-Matthes kann Jupp aus Bonn nicht abhaben, weil der komische Sachen isst und seltsam Deutsch spricht, während beide Hass auf den Regensburg-Xaver haben, der wiederrum sich nicht besonders mit dem Straubinger-Sepp versteht.

Na, soweit alles klar? Menschen sind dumm, Menschen sind böse und alle sind Rassisten, wer etwas anderes behauptet tut dies nur, solange es ihn oder sie nicht selber betrifft. It's human nature - stupid!

 

Nun aber zu meinem Kommentar:

 

 

Nur um mal etwas klarzustellen von jemandemn der auf ein Gymnasium mit (fast) ALLEN Nationalitäten der Welt ging:

Multikulti im Schulalltag funktioniert nur und ausschliesslich im Reagenzglas.

Als ehemaliger Schüler eines Bonner Gymnasiums mit franz. Lycee(Botschaftsgegend) zu Hauptstadtzeiten kann ich bestätigen, dass sich Kinder und Jugendliche aus ein und der selben Mittel-/Oberschicht perfekt integrieren, egal aus welchem Land sie stammen und welche Sitten und Gebräuche dort herrschen.

Theorie: Die Bildungsprobleme einiger «Migranten» liegt nicht in ihrer Herkunft begründet, sondern werden eher von dem familiären Umfeld mitbestimmt.

Weiterhin konnte ich an besagtem Gymnasium eine durchgehende Akzeptanz der Säkularität der Schule feststellen. Weder Muslime (von denen es zumindest theoretisch welche gab), fundamentale Christen, Shintoisten, Buddhisten etc. noch sonstige Religionen versuchten zu missionieren oder irgendwelche Sonderrecht durchzufechten. Das galt auch für Schwimmunterricht und Sexualkunde.

Theorie: Religiöser Fundamentalismus und das damit zusammenhängende Konfliktpotential findet sich in der breiten Masse meist in bildungsfernen Familien. Oder sollte ich bildungsfeindlich schreiben?

Zuletzt konnte man noch beobachten das die Schüler alle eines gemeinsam hatten: Gesteigertes Interesse an Bildung, Abschluss, Karriere. Dabei wurde die Schule nicht nur als notwendiges Übel betrachtet, sondern durchaus als Sprungbrett. Insofern auch eine Einstellungssache.

Theorie: Wenn Schüler verschiedenster Nationalität, Religion und Herkunft, aber mit vergleichbaren Sozialstatus die gleichen Ziele und Ideale haben (oder zumindest stark vergleichbare), ist «Integration» vollkommen überflüssig weil sie automatisch und ohne äussere Hilfe zustandekommt.

Daraus folgt wiederum: Der Otto-Normal-Niederbayer-Unterschichtler wäre in einer Schule in Köln-Porz genauso wenig integrierbar wie Abdul aus Ost-Anatolien.

Ich sehe die Rassismus-Keule nicht… aber vielleicht hat Unterschichten-Sepp aus Niederbayern wenigstens eine Chance in Porz, obwohl er genauso ein Ausländer/Fremdsprachler ist wie Abdul, schliesslich ist er ja Deutscher...

Posted via email from rafaelwv's posterous

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