Donnerstag, 18. November 2010

Utopia?

Das Internet hat in den letzten Jahren viel verändert... oder doch nicht? Tatsächlich sind die veränderung teilweise subtil, teilweise geradezu revolutionär gewesen (Telekommunikation, Chat, Email, Skype, VoIp, Instant Messaging, etc).

Allerdings haben viele dieser Neuerungen, dieser Revolutionen sich noch nicht richtig und vollständig auf die Welt so wie wir sie kennen ausgewirkt und noch gibt es sehr viel mehr "Offliner" als "Onliner" und noch stellen die meisten "Offliner" die Regierungen und Machthaber dieser Welt. Noch. Denn das Internet hat Potential. Ich persönlich glaube, das Internet hat weitaus mehr Potential als mitunter gesehen oder propagiert wird und es geht weit über reine Telekommunkation, Handel oder schlichtweg Unterhaltung als solche hinaus.

These: Das Internet und die absolute und globale Kommunikation werden früher oder später Geld (das Konzept von Währung welches derzeit vorherrscht) ablösen.

Ich kann heute schon beinahe jede Ware zu beinahe jedem Preis von überall her beziehen. Momentan muss ich noch mit Geld (in einer vorher spezifizierten Währung) bezahlen, allerdings gibt es auch heute schon Dienstleister, die sich der Währungsproblematik (Devisenkonversion) annehmen, so das ich mir darüber keine allzugrossen Sorgen machen muss.

Wir erinnern uns an die Definition von Geld, also Währungseinheiten stehen für einen Wert der dann in Arbeitsleistung oder Waren umgetauscht werden kann. Die Relation der Menge der Währungseinheiten die ich für eine definierte Ware oder Dienstleistung erbringen muss ist der Indikator für den Realwert der Währung.

Demzufolge ist Geld nur eine Krücke, da man zu Prä-Internetzeiten Waren- und Dienstleitungen nicht unbegrenzt und ungehemmt tauschen konnte. Nun wird sich dies aber in den nächsten Jahren zunehmend ändern, zum die grossen Weltwährungen aufgrund massiver Wirtschaftsprobleme immer weiter im ("Real-") Wert fallen. Mit der Konsequenz das entweder das gesamte monetäre System der Weltwirtschaft sich neu erfinden muss (und es wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft wohl auch wird), oder eine andere Art der Wirtschaft etabliert, die es dank des Netzes den Austausch und die Weitergabe von Dienstleistungen, Waren, Ideen etc. in Quasi-Echtzeit möglich macht.

These: Die grossen "Volksparteien" sterben aus

An der SPD und der CDU in Deutschland kann man dies heute schon recht gut sehen. Diesen monolithischen Parteien stirbt (hoffentlich bald!) die Basis weg. Die Politik dieser Parteien ist nicht mehr zeitgemäss, die Strukturen sind verkrustet und Berufspolitiker die in einer Blase gross geworden sind begeben sich auf das Regierungsparkett um Menschen zu regieren die sie nur als blasses Stimmvieh wahrnehmen.

Tatsächlich bietet das Internet bereits heute schon die Möglichkeit, das jeder interessierte Bürger an Entscheidungsfindungen teilnimmt. Eine parlamentarische Demokratie mit Delegierten ist nicht mehr zeitgemäss, zumal das zeitlich begrenzt erteilte Mandat in vielen Fällen missbraucht wird um Klientelpolitik zu machen.

Die Meinungsbildung die bis vor 20 Jahren eher durch grosse Medienhäuser ablief ist heute längst nicht mehr so uniform. Blogger, Facebook, Twitter und wie sie alle heissen können von der kleinen Grillparty bis hin zum Riesenevent oder zur Grossdemonstration aufrufen. Die Vielfalt der Meinungen ist grösser, vielleicht nicht richtiger aber auf jeden Fall pluralistischer.

Da jede Meinung ihre Vertreter findet und es Menschen gibt die ihre Verschiedenheit recht gerne und ausgiebig zelebrieren, wird es immer mehr und zahlreichere politische (und unpolitische) Gruppierungen geben. Ein 2-3 Parteiensystem auf politische Eben wird dieser Gesellschaftsrealität allerdings nicht mehr gerecht. Es wird zu einer Zersplitterung oder Zerfaserung der Parteien kommen müssen... vor allem sowohl links als auch rechts der politischen Ausrichtungen, denn weder CDU noch SPD sind derzeit wirklich in diesem Spektrum noch vertreten (alles Parteien der "Mitte", wobei "Mitte" auch Synonym für Inkompetenz, auslebte Mittelmässigkeit und Klientelpolitik je nach Windrichtung verstanden werden kann).

Weiterhin kann und wird es sicherlich früher oder später zu einer Gegenbewegung kommen, die die Bürgerrechte wieder mehr und stärker in den Vordergund drängt. Durch die Sicherheits- und Antiterrorgesetze der letzten Jahre wurden sowohl die Bürgerrechte als auch die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit immer wieder und teilweise durchaus erfolgreich angegriffen und eingeschränkt.
Die Piraten die eine programmatische Affinität zu diesen Themen haben sind nur eine Bewegung die sich jetzt manifestiert. Durch die zunehmende Verschärfung und den immer wieder darauf folgenden Missbrauch dieser Gesetze ist fest damit zu rechnen das sich im geschützten Ecosystem des Internet eine Bewegung entsteht die sich gegen diese Tendenz richtet (Anonymous?).

Fortsetzung folgt...

Posted via email from rafaelwv's posterous

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