Donnerstag, 16. Dezember 2010

In NRW werden "Kopfnoten" wieder abgeschafft

Der Westen berichtet darüber und wie es scheint, wird von dem zuständigen Redakteur die Abschaffung dieser Kopfnoten durchaus bedauert.

Schauen wir uns doch erstmal an, was mit Kopfnoten eigentlich sind:

Auszug aus der Wikipedia:

Nordrhein-Westfalen [Bearbeiten]

In Nordrhein-Westfalen (siehe § 49 Schulgesetz NRW) wurden zunächst folgende Kopfnoten in den Notenstufen sehr gut („entspricht den Erwartungen in besonderem Maße“), gut („entspricht den Erwartungen in vollem Maße“), befriedigend („entspricht den Erwartungen im Allgemeinen“) und unbefriedigend („entspricht den Erwartungen noch nicht“) bewertet (Anlage 3. VVAPO-GOSt NRW)[4]:


Meiner bescheidenen Meinung nach, handelt es sich bei den Kopfnoten um reine Schikane und um ein Mittel zur Repression der Schüler, besonder der Schüler, die dem Lehrer nicht ins Konzept passen.

Eine kleine Analyse:

Die Punkte Leistungsbereitschaft und Sorgfalt können problemlos mit der jeweiligen Schulnote für das entsprechende Fach verknüpft werden. Ersten ist die mündliche Note die über die Mitarbeit im Unterricht Auskunft gibt genau dafür da und zweitens kann ohne Leistungsbereitschaft und Sorgfalt eine möglichst gute Note kaum stattfinden (ausser vielleicht im Sportunterricht).
Ähnliches gilt für Kooperationsfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft.

Wieso die Kopfnote?

Seien wir mal ehrlich: In den meisten Schulen kommen die Lehrer seit geraumer Zeit nicht mehr mit den Schülern klar. Zum einen ist oftmals die Bereitschaft der Schüler etwas beizutragen oder etwas zu lernen eher minimal bis nicht vorhanden, andererseits haben die Lehrer oft einen sehr straffen Zeit- und Lehrplan der es ihnen kaum gestattet sich detalliert mit "Problemschülern" zu beschäftigen. Durch die Einführung des "Turboabiturs" und die Ankoppelung schulischer Ausbildung an die Bedürfnisse der Wirtschaft ist viel kaputtgemacht worden. Weiterhin gelingt es den Lehrkräften immer weniger sich gegenüber "renitenten" Schülern durchzusetzen. Zuletzt gab es dann noch den Trend Fehlverhalten der Schüler zu pathologisieren indem man immer neue Krankheiten und Verhaltensstörungen "erfand" und diagnostizierte, die es in dieser Form vor 20-25 Jahren nicht gab und die seinerzeit auch keinerlei Entschuldigung für Nichtleistung waren.

Was ist so falsch an der Kopfnote?

Auch wenn ich (vielleicht) eine Ausnahme darstelle, möchte ich doch von meinem Fall ausgehen:
Ich war seit der Grundschule ein Schüler der als "Störfaktor" wahrgenommen wurde, der immer wieder Konflikte mit den Lehrern hatte und diese sogar zumeist noch gewann.
In meinem Fall hatte ich bereits sehr früh Zugang zur "Allgemeinen Schulordnung des Landes NRW" und zu verschiedenen Gesetzessammlungen bezüglich Rechte und Pflichten von Lehrern und Schülern. Da ich eben über meine Rechte und auch über die Pflichten der Lehrer (und die Grenzen ihrer Rechte) sehr gut informiert war, kam es immer wieder zu teilweise heftigsten Konfrontationen, egal ob es um unzulässige Pauschalstrafen für eine ganze Klasse ging (zu diesem Zeitpunkt war dies explizit unzulässig) und meiner damit verbundenen Weigerung eine "Strafarbeit" zu leisten und meinen Widerspruch gegen eine entsprechend schlechte Note in diesem Zusammenhang.

Wenn ein Lehrer auf die Idee kommen sollte einen solch renitenten Schüler mit einer entsprechend schlechten Fachnote zu bewerten, hatte der Schüler das Recht auf eine Feststellungsprüfung. Ich musste nur ein einziges Mal zu diesem Mittel greifen, danach hatte ich in dieser Hinsicht meine Ruhe.
Hätte es allerdings zu meiner Zeit Kopfnoten gegeben, wären diese das ideale Mittel gewesen, mich als Schüler zu diskreditieren, mich für meine "Aufsässigkeit" zu bestrafen und entsprechend schlecht zu benoten, obwohl meine fachlichen Kompetenzen ausser Frage standen.

Kopfnoten sind, wie die meisten Schulnoten eine recht subjektive Angelegenheit. Während dem Schüler aber Wege offenstehen gegen eine offensichtlich falsche fachbezogene Benotung vorzugehen, ist die Kopfnote durch den Segen der Lehrerversammlung reichlich absolut und endgültig.

In besten Fall wurde die Kopfnote von den Schulen weitestgehene boykottiert, damit wurde der Note aber gleichzeitig jede Aussagekraft genommen.

Fazit

Kopfnoten sind nicht zeitgemäss. Wichtiger wäre den Schülern wieder Lust am Lernen zu vermitteln, die Fähigkeit selbstständig zu Denken und zu Handeln und die Einsicht zu vermitteln das jedwede Handlung Konsquenzen nach sich ziehen.
Es ist NICHT Aufgabe der Schule die Familie zu ersetzen und den Schülern ein Mindestmass an Benehmen zu vermitteln, dies sollte eigentlich a priori erfolgt sein. Da dies heute oft nicht der Fall ist, sollte man sich lieber daranmachen diese Situation zu analysieren und schnellstmöglich zu korrigieren.

Posted via email from rafaelwv's posterous

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