Donnerstag, 14. April 2011

Braucht der Nerd von heute einen PC? - Ein Selbstversuch

Ich besitze seit 1981 einen Computer, schreiben gelernt habe ich tatsächlich an einer Computertastatur und ich konnte meinen Namen auf einer Tastaur tippen lange bevor ich erstmals lernte ihn mit der Hand zu schreiben.
Eine Angewohnheit die sich übrigens dahingehend äussert, dass ich heute noch besser und schneller an einer Tastaur schreibe als per Hand.
Computer, Handys, Smartphones, Laptops, Notebooks und Netbooks sowie Tablets bestimmten immer schon irgendwie mein Leben. Ich hatte einen der ersten Palm Pilots (damals noch von US Robotics), ich hatte einen ATARI Portfolio und selbst der Apple Newton und das Newton Messagepad gehörten seinerzeit zu meinem Inventar.
Was Betriebssysteme angeht war ich bei C64, TOS, MiNT, MagiX, DOS, DrDOS, Windows und Linux.
Am Computer entstanden Texte, Bilder, Grafiken, Spreadsheets und Diagramme, Layouts, Sounds, Fotos und Filme.
Oder in kurzen Worten: Ich kann ohne Computer wohl kaum leben...
... dachte ich zumindest. Allerdings habe ich vor einigen Tagen einen Selbstversuch unternommen der noch andauert. Worum es geht: Ein Leben ganz ohne Home-Computer, statt dessen nur noch Smartphone und Tablet.
Warum das Ganze? Nun ich bin es leid. Ein Motiv was bei mir immer mal wieder zu einer Zäsur führt:
Ich liebte ATARI und die TOS-Nachfolger als Betriebssysteme, aber jenes Ökosystem lieferte irgendwann keine zeitgemässe Hardware mehr, also war ich es leid und wechselte in die x86er Hölle mit DOS und Windows.
Windows hatte ich mit der Version Win98 über. Viren, Trojaner, Bugs, Probleme mit Treibern, ISDN usw war einfach zuviel.
Linux. Jahrelang war ich ein grosser Freund des Linux-Kernels, halte Linux für eine grossartige Basis für ein OS, aber die Distributionen gehen derzeit Wege, die mir missfallen. Ubuntu wird immer mehr unbenutzbar, so eine Art Facebook-OS und ich habe noch keine andere Distribution gefunden, die mir A) modern genug ist und B) auf Standards setzt und C) noch so aussieht wie KDE 3.5 oder GNOME vor der Unity-Oberfläche.
Ich bin es also mal wieder leid. PC-Betriebssysteme schleppen Ballast der letzten 20 Jahre mit sich rum, Bugs und Glitches, die immer wieder hochkommen, dann aber ein Userinterface, welches immer mehr aussieht wie von Fisherprice entworfen.
Andererseits entwickelt sich besonders Android, basierend auf dem Linux-Kernel, rasant weiter. Tablets besitze ich genug...
Und so begann mein Selbstversuch: Kann jemand wie ich auf den PC verzichten und alles mit dem Tablet machen?
Torrent kann mein Router selber, NAS und drucken kann er auch. Dateimanager samt Netzwerkprotokollen gibt es genug für Android, Browser auch. Instant Messaging ist kein Thema, genausowenig wie Streaming Media, Podcasts, Video, Pulse-Reader und GoogleReader lösen meinen Feedreader ab, Doggcatcher ersetzt Miro und Tweetdeck kann Tweetdeck ablösen, nur das TD mir auf Android irgendwie nicht recht gefällt, dafür kann Plume fast alles was ich brauch.
Chrome wäre schön auf Android, aber es gibt XScope, Dolphin etc.
Mein Fazit nach einigen Tagen: Ich kann tatsächlich ohne PC leben. Ich kann Videocasts aufnehmen und hochladen, bloggen, lesen, schreiben, twittern, Filesharing, Dropbox... Es scheint fast alles zu gehen.
Es wird wohl Zeit sich von meinem Notebook zu verabschieden, es war schön so lange wie es gedauert hat, aber nun ist es vorbei. Die Zukunft gehört meinem Samsung Galaxy Tab und eventuell ab und an noch meinem Netbook. Das Galaxy Tab wird im Sommer wahrscheinlich durch ein 10,2" Tablet abgelöst. Es kommt mich billiger allle 8-12 Monate ein jeweils leistungsfähiges Tablet zu kaufen als ein entsprechendes Notebook. Wobei das Tablet erheblich mobiler und flexibler ist.
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