Donnerstag, 19. Mai 2011

#spanishrevolution und die deutsche Medien - ich hätte da noch ein paar Fragen...

Die #spanishrevolution ist inwischen auch in den deutschen Medien angekommen. Zuerst sind Blogger vorgeprescht, haben verlinkt, kommentiert, aggregiert und weitergegeben.

Für die "Massen-" oder auch "Qualitätsmedien" war zu dem Zeitpunkt die #spanishrevolution noch inexistent in Deutschland (nein, der ORF gehört nach Österreich und das ist KEIN Bundesland der BRD!).

Erst als nach der WashingtonPost, der CNN, der BBC und sogar Aljazeera (die waren vor Ort und live dabei) die TAZ anfing zu berichten, wurde das mediale Interesse langsam grösser und die Berichterstattung kam in die Gänge.

BTW: An dieser Stelle Lob UND Kritik für die TAZ. Ihr wart die Ersten, aber ihr wart auch die Einzigen die schamlos geklaut haben ohne die Quellen wenigstens als Fussnote zu erwähnen. Naja, für eine Doktorarbeit an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Bayreuth hätte es noch gereicht. Allerdings kenne ich diese Praxis ja mehr von SpiegelOnline...

Grosser Dank an dieser Stelle der Mainzer Rhein-Zeitung, der Artikel ist grossartig! So stelle ich es mir vor wenn ein echter Journalist sich einer "Bloggerthemas" annimmt, es recherchiert, aufbereitet und einen Artikel schreibt. Aus einem Guss, kohärent und informativ. Was will man mehr? Fast nichts, aber ich hätte gerne noch ein paar "i" falls noch einige übrig sind (Verástegui).

Die Frage die sich mir aber immer noch stellt und die mir bisher keiner so richtig beantworten kann:

Wie kann es sein das es über 72 Stunden gedauert hat bis deutsche Medien sich des Themas angenommen haben?

Wozu unterhält man Auslandskorrespondenten um deren Material dann nicht zu publizieren?

Wieso berichten weder ARD&ZDF zeitnah, obwohl sonst bei jeder grösseren Kommunionsfeier ein Kurzbeitrag produziert und gesendet wird?

Private Nachrichtensender? My ass! NTV, N24 und wie sie alle heissen senden lieber Dokutrash anstatt Breaking News! Ausnahme: Euronews hat´s gebracht. Seht Ihr, so geht Journalismus!

Grosse Radiosender? ÖR? Hallo, lebt da noch wer?
Ja, lautet die Antwort, aber eben nur in den Lokalreadktionen und im Jugendradio, der Rest ist wohl scheintot. Vielen Dank an dieser Stelle dem Team von on3-Radio (BR), vom Ohrfunk (www.ohrfunk.de - Ihr wart die Ersten!) und von Radio Fritz RBBn (ich wart auf jeden Fall schnell & Mainstream-Radio, daher GANZ GROSSES LOB!) .

Worüber die ARD-Anstalten berichten weiss ich nicht, aber ich gehe mal davon aus das Dominique Strauss-Kahn denen wichtiger ist als ein Zündfunke der seinen Anfang in Spanien nimmt und das Potential (!) hat sich über ganz Europa auszubreiten.

Lassen wir einen Moment mal die Gedanken schweifen und geben wir uns der Utopie hin: Wir jagen die korrupten Eurokraten aus den Politikpalästen und sind dann tatsächlich EIN VOLK, geeint durch gemeinsame Interessen, Notwendigkeiten, Visionen, fern ab von Lobbyinteressen, Bestechung und Korruption. Es könnte so schön und so einfach sein....

Alles nur eine Frage ob der Funke überspringt und ob die Bewegung genug "Momentum" hat um über den 22.5. zu bestehen.

Dass Bild das wir, die wir die Teilnehmer, Aktivisten, Demonstranten, Betroffene, Beobachter und Berichterstatter von den "Massenmedien" haben ist eindeutig: Ihr habt für uns keinen Nutzen, keinen Mehrwert und für Euch gibt es auch keine Zukunft.

Posted via email from rafaelwv's posterous

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