Mittwoch, 12. Oktober 2011

Digitask, der Staatstrojaner und die Inkompetenz der vielen

Ich möchte mal von der bewiesenen Inkompetenz von Digitask weg und auf die noch weitaus besser belegten Inkompetenz der staatlichen Stellen hinweisen:
Die eine oder andere Behörde versichert der von Ihnen benutzte "Trojaner" würde defintiv nur die QuellenTKÜ können.
Lassen wir diese Behauptung mal unkommentiert stehen.
Weiterhin heisst es, die Software würde für jeden Einsatz jeweils individuell zusammengestellt.
Lassen wir auch diese Behauptung unkommentiert stehen und wenden uns einer Tatsache zu, die meiner Meinung nicht genug beachtet worden ist:
Zu einem "Trojaner" oder "remote forensic software" gibt es immer zwei Teile! Wir kennen den eigentichen Trojaner, der ja dem CCC in verschiedenen Versionen zugespielt wurde, die sich alle erschreckend gleichen.
Allerdings wissen wir nicht, wie das Frontend auf Behördenseite aussieht!
Und genau dort möchte ich mal ansetzen. Wir wissen das der Geschäftsführer von Digitask nicht unbedingt jemand ist, dem man eine weisse Weste bescheinigen möchte.
Wir wissen weiterhin das in den Behörden die schlimmsten Internetausdrucker seit Menschengedenken arbeiten.
Was nun, wenn die "personalisierte Trojanerlösung" nur aus einem angepassten Frontend besteht?
Was wenn die Firma Digitask einfach mal einen, zugegebenermassen dilettantischen, Trojaner gebaut hat und den immer und immer wieder neu "verkauft", und dabei nur das Aussehen des Frontends ändert um eine andere und jeweils persönlich bestellte Funktionalität vorzutäuschen?
Was wenn Digitask einfach alten Wein in neuen Schläuchen verkauft?!
Der Einsatz einer solchen Software ist eines demokratischen Rechtsstaates grundsätzlich unwürdig und ich halte es mit dem CCC der meinte ein moralisch integrer Hacker würde eine solche Software niemals zusammenstoppeln, aber wir vergessen bei der Debatte ganz den Fabrikanten der Software und die Hintermänner (Deloitte).
Als es darum ging ob wir es dem Staat zutrauen uns alle jenseits des Rechtsrahmens bespitzeln zu wollen waren wir uns alle sicher das es so ist. Nun geht es darum ob unser Staat und seine Organe dämlich genug sind um sich von Schlitzohren wie denen von Digitask auf's Kreuz legen zu lassen. Ich glaube diese Vorstellung ist genauso plausibel wie die erstere.
Staatstrojaner: Dementis, Rätselraten und Nebelkerzen
Der Zoll dementiert, den Staatstrojaner auf dem Laptop eines Verdächtigen installiert zu haben. Und das BKA hat nun doch Digitask-Software eingesetzt – aber nicht die aus den Ländern. Derweil gibt es ...


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