Sonntag, 16. Oktober 2011

Rüstungswahnsinn

Das ehemalige Nachrichtenmagazin berichtet über ein Waffengeschäft zwischen der "Grande Nation" und der Pleite-Nation.

Dabei geht es um französische Kriegsfregatten mit Tarnkappentechnik, die die Franzosen an die Griechen liefern ohne dafür eine sofortige Bezahlung zu erwarten. Nun sollte man sich Griechenland mit sogenannten Danaergeschenken eigentlich ja auskennen, schliesslich hat man ja geradezu legendäre Erfahrung damit.

Umsonst ist nur der Tod und der kostet bekanntlich das Leben.

Laut dem SIPRI Rüstungsbericht von 2008 gibt jeder Mensch auf der Welt jährlich 202 US$ pro Jahr für Waffen aus. Um die weltweite Armut und den Hunger zu bekämpfen wären gerade einmal 10% dieser Investition nötig. Wenn man sich die Entwicklung innerhalb der EU anschaut, kann man einen deutlichen Trend ablesen: Statt weniger Geld in Waffen zu stecken und damit die Möglichkeit zu gewinnen in Forschung, Entwicklung, Medizin, Bildung, Armutsbekämpfung etc. investieren, hat die Europäische Verteidigungsagentur ein immer weiter steigendes Budget zur Verfügung.

Griechenland höchstselbst hat ein Militärbudget (gehabt?) welches innerhalb der EU-Länder wohl als recht umfangreich bezeichnet werden kann.

Mir ist es persönlich reichlich egal ob von diesem "Geschenk" Franzosen profitieren oder nicht (niemand verschenkt Rüstungsgüter ohne Gegenleistung zu erwarten/bekommen!), mir ist es erst recht egal das Deutsche Rüstungsfabrikanten sich nun lauthals beschweren, weil sie sich benachteiligt vorkommen... warum überhaupt, wenn doch die Griechen (erstmal) nichts bezahlen müssen?

Oder liegt genau da der Hase im Pfeffer? Die französische Rüstungsindustrie höchstselbst wird ja den Griechen keine Geschenke machen und auch kein zinsloses Darlehen gewähren. Es sieht ja eher so aus, als wenn das jemand (der französische Staat?) da entweder direkt zahlt oder bürgt oder sonst ein verwickeltes Subventionskonstrukt benutzt, damit die Rüstungsindustrie Geld verdient, die armen Jungs aber auch!

Ich kann die gesamte Rüstungsindustrie der einzelnen Nationalstaaten nicht verstehen. Ich will sie nicht verstehen! Innerhalb der EU gibt es keine echten Feinde mehr, wir brauchen keine nationalen Rüstungsausgaben, wir brauchen keine nationalen Armeen. Was die EU braucht, so sie die Söldnerpolitik die sie derzeit betreibt weiter verfolgen will ist eine EU-Interventionstruppe. Das ist billger für alle.

Mit dem übrig geblieben Geld können wir erst die EU und dann die gesamte Welt retten und von dem was dann übrig bleibt bekommt wahrscheinlich jeder Einwohner der EU ein bedingungsloses Grundeinkommen, ohne das es Finanzierungsschwierigkeiten gäbe.

Rüstungsausgaben einzelner Nationalstaaten sollten im Jahr 2011 nicht mehr existieren. Ich will nicht das mein Land einen Krieg führt, ich will nichteinmal das wir überhaupt in der Lage sind einen Krieg zu führen. Wenn die EU die Notwendigkeit sieht eine gewisse Verteidigungsstrategie aufrechtzuerhalten, dann soll das meinetwegen geschehen, aber wir haben kein Recht (Völkerrecht anyone?) uns in die Belange anderer Nationen einzumischen und noch weniger Recht dies mit Geldmitteln zu tun die besser woanders aufgehoben wären um wirklich dringendere Probleme zu lösen und eventuell sogar zukünftige (Verteilungs-) Kriege zu verhindern.

Der Rüstungsindustrie und deren Profiteuren wünsche ich möglichst bald Opfer der eigenen Produkte zu sein.
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