Sonntag, 13. November 2011

Rant: Netzpolitik.org und die fremdsprachigen Fettnäpfchen - Fremdsprachenkompetenz vorhanden?

Ich kann durchaus verstehen, dass Blogger mal nicht besonders sorgfältig arbeiten, mal nicht korrekt recherchieren, falsch zitieren, etwas falsch verstehen oder schlicht eine Menge Rechtschreibfehler verbrechen. "Wer frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein" heisst es, ich bin alles andere als frei von Sünde, tippe ich meine Blogposts doch oft am Smartphone oder Tablet ohne viel Nachdenken und mit noch weniger Einsatz was das Korrekturlesen angeht.
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten und mitunter ist Interpunktion schlichtweg Glückssache.

Allerdings lege ich auf etwas Wert: Auf Sprachkompetenz.

Nun gibt es da ein Blog, das "Sturmgeschütz der Digitalen Gesellschaft" wie ich es gerne nennen möchte, nicht ohne einen zynischen Unterton. Gemeint ist Netzpolitik.org

Dort erschien am 12.11.2011 ein Blogeintrag über "Kartographierung: Wer schreibt wo in die Wikipedia?"






Wie sich schnell herausstellte hatte der Autor aus Mangel an Kaffee den Sinn und Zweck der Visualisierung komplett missverstanden. Nun das kann ja mal passieren, allerdings drängt sich das angegebene Missverständnis nun wirklich nicht auf... eigentlich ist es sogar ein wenig abwegig... oder war es kein klassisches Missverständis aufgrund fehlender Wach(sam)keit sondern ein Fall von fehlender (Fremd-)Sprachkompetenz?


Dann fand ich, vom gleichen Autor und am selben Tag, noch einen Blogeintrag: 

Wie das US-Justizministerium legal meinen Twitter-Account hackte


Hier findet sich eine sehr dürftige Eigenleistung des Autors zu einem Snippet der aus der Onlineausgabe des Guardian stammt. Tatsächlich behandelt der verlinkte Artikel den in der Überschrift genannten Themenbereich. Achja, die Überschrift stammt auch aus dem Guardian, nur eben auf English... guttenbergen und hegemannen wird wohl gesellschaftsfähig?

Der Ausschnitt (engl. snippet) hat allerdings überhaupt nichts mit dem Themenbereich Twitter, Accountdiebstahl durch Regierung usw. zu tun. Hier geht es darum, dass Unternehmen wie Facebook und Google die Bürgerrechte (civil rights) nicht achten (müssen) und das wir nur Zielscheiben für gezielte Werbung und Produktplazierungen seien.

Sicherlich auch ein wichtiger Themenaspekt, hat aber ganz und gar nichts mit dem zu tun, was in der geklauten Überschrift propagiert wird.

Das sind, zumindest für mich, seltsame Häufungen von Fehlberichterstattung eines selbsternannten Qualitätsblogs, betrieben von der selbsternannten Alphablogger-Elite, die ja ach-soviel-besser-als-die-Holzmedien sein wollen. Für mich sieht das nach mangelnder Fremdsprachenkompetenz eines ganz bestimmten Autors aus, auch wenn dieser jetzt mit Kaffemangel und Zerstreutheit argumentieren mag, so ist es zumindest sehr auffällig wie solche, eklatanten, Fehler im Zusammenhang mit einer bestimmten Fremdsprache auftreten.

Ist das die Qualitätsoffensive der digitalen Gesellschaft? Muss ich mir so fundierte, recherchierte Berichterstattung vorstellen von der man ja weiss, dass die "Holzmedien" sie nicht mehr hinbekommen?

Kommentar veröffentlichen