Freitag, 25. Februar 2011

"Bußenminster Westerwelle"

Fundstück aus der Zeitung für BILDungsferne Schichten:

Und weil die das eines Tages sicher korrigieren, hier noch der Beweis als Snapshot.

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Aberkannter Doktortitel: Guttenbergs Uni im Strudel des Skandals - Politik | STERN.DE

Guttenbergs Uni im Strudel des Skandals

Die Frage die sich immer wieder stellt, die aber bis heute nicht seitens der Universität Bayreuth beantwortet wurde ist doch folgende:

Wie kann es sein, dass eine Arbeit die aus der "Synthese" von verschiedenster Autoren basiert, die verschiedenste Quellen mit und ohne wissenschaftlichen Anspruch verwendet (ohne sie als Zitat auszuweisen) und die nachweislich so gut wie ohne Eigenleistung geschrieben wurde ein kohärentes Bild ergeben, welches in der Bewertung "summa cum laude" mündet?

Hier müssen doch verschiedenste Stilarten, Denkweisen und Schlussfolgerungen und Terminologien aufgefallen sein, die sich nunmal nicht bündig in einen zusammenhängenden Text integrieren lassen.

Daher staunt der Laie und der Skeptiker fragt sich: Wer hat diese Dissertation gelesen und auf welcher (hoffentlich begründbaren) Basis ist man zu dem Schuss gekommen, dieser Arbeit die Note "cum laude" zu verleihen?

Nochmals zur Erinnerung: Jura ist ein recht überlaufenes Fach, es gibt sehr viele Studenten, entsprechend "hart" sind die Benotungsrichtlinien. Ich stelle hier einfach mal die Behauptung aus, das ein "summa cum laude" vielleicht auf 1-2% der Dissertationen zutrifft die in einem Jahrgang vorkommen.

Wie kann es also sein das im Falle eines zu Guttenberg eine Note ausgesprochen wurde die über einer 1 (magna cum laude) liegt, es sich also nicht nur um eine wirklich SEHR GUTE, sondern um eine exzellente Dissertation handelt?

Hat diese Arbeit tatsächlich jemand gelesen, oder lagen andere Motive bei der Notengebung vor?

Diese Frage muss sich die Universität Bayreuth stellen lassen, so wie man Herrn zu Guttenberg fragen muss: Wie konnten Sie sich trauen so eine Arbeit abzuliefern?

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Montag, 14. Februar 2011

Gehegemannt: "Gastbeitrag: Das eBook – keiner will es? | via PadLive"

Soeben auf padlive.de gefunden, ein "Gastbeitrag" zum Thema eBooks der ich erschreckend an einen Blogbeitrag von cyberfux auf blog.cyberfux.de (derzeit Server down) und die damit verbundenen Kommentare erinnert hat. Bitte auch die untenstehende Kommentare mitlesen (POPCORN!), denn wie es aussieht hat der Autor nach eigener Aussage von cyberfux noch nie gehört, verlinkt aber nachweislich auf genau diesen Blogbeitrag. Na wie seltsam.

 

Auch wenn ich selbst nichts dagegen habe, wenn möglichst viele Leute sich wegen einer guten Sache zusammenschliessen und darüber berichten, so kann ich persönlich es nicht unbedingt ab wenn sich jemand an einem Blogbeitrag und den dazugehörigen Kommentaren bedient, dann aber die Quellen nur knapp verlinkt ohne sie explizit zu nennen. Vielleicht bin ich da ein wenig kompromisslos, aber die Welt ist nunmal schlecht und ich bin halt Böse.

Und weil der Böse heute einen besonders guten Tag hat den er unausgeschlafen und mit Kopfschmerzen begonnen hat, will ich noch einen drauflegen und mache zu meinem Kurzkommentar (am Schluß) noch ein Vollzitat. Viel Spaß.

 

ZITAT:

 

 

Gastbeitrag: Das eBook – keiner will es?

Gastbeitrag von Stefan Holzhauer zum Thema “eLesen”.

Ich kenne Stefan schon seit über 10 Jahren. Da er selbst einen Phantastik-Blog betreibt und hier immer wieder kommentiert, lag es nahe seine Meinung zum eBook zu publizieren. Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!

 

Vor ein paar Tagen ging es durch die einschlägigen Medien: Online-Versender und eBook-Vorreiter Amazon verkündete, dass in den Vereinigten Staaten die eBook-Verkäufe nach dem Hardcover- nun auch den Taschenbuchabsatz deutlich überholt hätten.

Wie das zum Titel passt? Gar nicht – zugegeben. Denn hierzulande sieht das noch ganz anders und ziemlich düster aus. Weder Verlage noch Leser scheinen eBooks wirklich zu wollen. Und auch wenn üblicherweise jeder Trend aus den USA über kurz oder lang zu uns herüber schwappt, sollte derzeit eigentlich deutlich mehr elektronischer Lesestoff abgesetzt werden, als tatsächlich wird.

Woran liegt das?

Die Gründe sind vielfältig, ich möchte ein paar Beispiele nennen und darüber reflektieren.

Die Verlage – Zwischen Angst, DRM und Reibach

Die großen Verlage haben Angst. Angst vor dem “Schreckgespenst Tauschbörse“. Man befürchtet, dass ihre Ware zu hunderttausenden getauscht und verteilt werden wird, wenn sie erst einmal als elektronische Fassung, als Datei, vorliegt. Deswegen geht man in der Branche sehr zögerlich vor, zumindest würde ich hier einen der wichtigsten Gründe verorten wollen. Darüber übersieht man die Chancen und neuen Möglichkeiten des Mediums; und man übersieht weiterhin, dass die Bücher – insbeondere Bestseller – ohnehin in den Tauschbörsen zu finden sein werden, wenn ein Bedarf da ist. Ist es dann nicht dumm, dem Leser die Möglichkeit zu verweigern, das eBook legal zu erwerben?

Aus dieser Angst vor unerwünschten Kopien erwächst das nächste Problem: die eBooks – wenn sie denn erhältlich sind – werden zu oft mittels DRM-Maßnahmen “geschützt”. Des Einen (scheinbarer) Schutz ist leider des Anderen Leid, denn ein Kopierschutz bestraft aufgrund seiner Einschränkungen und des Verlustes der Bequemlichkeit immer nur den ehrlichen Kunden – denn jede Schutzmaßnahme kann umgangen werden. Adobe bietet sein DRM-System bis heute nur für Windows und Mac an, wer Linux benutzt muss leider draussen bleiben. Lest mal Cory Doctorows Aussagen dazu, warum er seine Bücher als eBooks verschenkt und super damit fährt, liebe Entscheider in den Verlagen.

Die großen Verlage bekommen den Hals nicht voll. Die Preise, die hierzulande für eBooks angesagt werden, sind nachgerade albern hoch – orientieren sich zum Teil sogar an den Harcover-Ausgaben der Bücher. In Statements bemüht man sich zu beteuern, dass bei der Erstellung und Bereitstellung eines eBooks immense Kosten entstehen, die ähnlich hoch sind wie bei einem Print-Produkt.

Entschuldigung, aber: für wie blöd hält man uns eigentlich, dass angenommen wird, wir würden das glauben?

Gedruckte Bücher müssen gedruckt werden, das bereits ein Kostenfaktor, allein die Logistik, sie danach zu verteilen und in die Buchhandlungen zu schaffen, oder von mir aus auch vom Lager zum Kunden (wenn wir mal vom Onlinehandel ausgehen) beschert einen immensen Kostenaufwand, der bei eBooks komplett wegfällt. Dagegen sind die Kosten für den Aufwand, Dateien auf einem Server bereit zu stellen, gerade mal Peanuts – zumal die Infrastruktur oft durch Onlineshops grundlegend vorhanden ist. Die Herstellung ist einfach, die Bücher liegen vor dem Druck ohnehin als Datei vor und können automatisiert in ein eBook-Format konvertiert werden, auch hier also kaum zusätzliche Kosten. Werbung muss ohnehin für die Printversion gemacht werden, das kann also auch kein Faktor sein, zumindest so lange nicht, wie es auch noch gedruckte Bücher gibt. Lizenzkosten für DRM? Selbst schuld.

Mit den Kosten kann man also nicht argumentieren, tut es aber dennoch. Erschwerend kommt hinzu, dass der Börsenverein darauf besteht, die Buchpreisbindung gelte auch für eBooks. Wobei man selbstverständlich übersieht, dass der Internethandel keine Grenzen kennt und diese Buchpreisbindung auf Dateien nur dem Inlandhandel schaden wird (das unsägliche Thema Buchpreisbindung möchte ich an dieser Stelle lieber nicht vertiefen, das wäre einen eigenen Artikel mehr als wert). Und abschließend ist noch die Frage zu stellen, warum man auf Bücher 7% Mehrwertsteuer zahlt, auf eBooks jedoch 19%? Auch das will sich mir nicht erschließen.

In den Vereinigten Staaten sind eBooks eigentlich ebenfalls zu teuer, aber es werden im Vergleich lange nicht die Fantasiepreise verlangt wie in Deutschland.


eBooks: mit der Lupe zu suchen – aber nicht zu finden

Es liegen zu wenige Bücher als eBook vor. Im Vergleich zu anderen Ländern erscheint hier nach wie vor nur ein vergleichsweise verschwindend geringer Teil der Literatur auch als eBook. Von älteren Büchern wollen wir gar nicht erst sprechen… Wenn Google anbietet, Bücher, die seit Jahren nicht mehr käuflich erwerbbar sind, zu digitalisieren, als eBook bereit zu stellen und den Autoren hierfür eine Vergütung verspricht, droht man dem Suchmaschinenbetreiber mit Klagen, statt froh zu sein. Aber – ach ja – Google will ja die Autoren bezahlen und nicht etwa die Verlage…

Die Webseiten, auf denen man eBooks kaufen könnte sind leider allzu oft immer noch bedienerische Katastrophen (Artikel alt aber immer noch wahr) und Verkaufsverhinderungsplattformen. Paradebeispiel war libreka.de die eBook-Plattform des Deutschen Buchhandels. Wer da mal versucht hat ein Buch zu bestellen oder auch nur an eins der hin und wieder angebotenen kostenlosen Exemplare zu kommen, der wird nachvollziehen können, was ich meine, denn das war Masochismus pur. Auch eine Art, seine Kunden nachdrücklich zu vergaulen. Wie so etwas richtig und komfortabel geht, zeigen kleine Anbieter, wie beispielsweise Beam-eBooks auf eindrucksvolle Weise und DRM-frei.

Das waren Probleme die man an den Verlagen festmachen kann, man könnte noch mehr aufzählen. Ich möchte explizit kleine und Special Interest-Verlage ausnehmen, denn da finden sich oft deutlich mehr Kreativität und Willen zu Innovation und Risiko als bei den Dinosauriern der Branche.

Der Leser – oft zu konservativ…

Das zweite große Problem in diesem Zusammenhang ist - traurig aber wahr – der Leser. Allzu viele lehnen einen eReader ab, weil sie konservativ auf Papier beharren. Ich gebe unumwunden zu, dass Bücher sexy sind, auch ich mag es, einen Roman aus Papier in Händen zu halten. Ich kann aber nicht nachvollziehen, warum das ein Grund GEGEN eReader ist? Warum wird von zu vielen Konsumenten hier die Frage “für oder wider” gestellt, verbunden mit einem “entweder – oder”, statt ein viel sinnvolleres “sowohl als auch” zu sehen? Manche versteigen sich sogar in Aussagen wie “eBook-Leser seien kulturlos” oder “primitiv” und würden “seelenlos bei Amazon bestellen” – über solche Saurier und ihre vorgestrigen Ansichten kann man allerdings nur müde und mitleidig lächeln.

Überhaupt sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Haptik eines gedruckten Buches ein Generationenproblem ist: die nächste Lesergeneration wird einen eReader als etwas völlig Normales kennengelernt haben, da wird das subjektive “Gefühl” eines Papierbuches keine Rolle mehr spielen.

Wer hier verweigert reiht sich bei denjenigen ein, die den Film, den Tonfilm, den Farbfilm, die Schallplatte und was weiß ich noch alles als “neumodischen Firlefanz” abgetan haben und der Ansicht waren, das würde sich nicht durchsetzen. Doch – hat sich alles durchgesetzt, trotz aller Unkenrufe der Fortschrittsmuffel, und dem eBook wird es nicht anders gehen, da bin ich sicher.

Überhaupt sollte man sich mal davon lösen, dass nur Romane auf einem eReader goutiert werden können, ich warte händeringend auf ein erschwingliches, ungefähr DIN A4-großes Gerät, mit dem man Fachzeitschriften und Tageszeitungen lesen kann. Es gibt ABSOLUT KEINEN GRUND, warum insbesondere für letztere Bäume abgeholzt werden müssen. Für Periodika ist ein ergonomisch geeigneter eReader das perfekte Medium.


… und leider häufig uninformiert

Eine weitere Argumentation die man immer wieder zu hören bekommt ist “ich mag keine langen Texte auf einem Computerbildschirm lesen!”. Kann ich nachvollziehen, mache ich ohnehin den ganzen Tag, das muss ich beim “Entspannungslesen” nicht auch noch haben. Hintergrundbeleuchtetes Lesen ist auch weder dauerhaft gut für die Augen noch am Abend unserem Melatonin-Haushalt zuträglich – was angeblich zu Schlafstörungen führen kann.

Ich rede aber wenn ich von eReader spreche nicht von LCD-basierten Geräten, sondern von solchen mit ePaper-Display. Die sind von Hause aus nicht beleuchtet, was aus vielen Gründen Sinn macht (nicht nur wegen des Melatonins) und haben ein deutlich höher auflösendes und flimmerfreies Schriftbild (runterscrollen bis “Display”) als ein Bildschirm, so dass der Leseeindruck weitgehend dem eines Buches entspricht.

Wer das Argument mit dem “anstrengenden Lesen” auf einem Computerbildschirm vertritt, hat in aller Regel noch nie ein eInk-Display aus der Nähe gesehen, denn sonst wüßte er, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Jeder der mir damit kam und dem ich meinen Reader daraufhin vor die Nase hielt, musste (meist verblüfft) einsehen, dass er bezüglich des angeblich unangenehmen Leseerlebnisses geirrt hatte und einem Vorurteil aufgesessen war. Da eInk nicht zur Anzeige, sondern nur beim Umblättern Strom benötigt, ist auch die Laufzeit noch nicht einmal ansatzweise ein Problem. Ich kann mich nicht erinnern, dass der Akku meines eReaders schonmal auch nur halb leer gewesen wäre…

“Wenn das Lesegerät oder der Computer kaputt gehen sind die Bücher weg”. Im Ernst – auch dieses Argument habe ich bereits vernommen. Ich kann da nur antworten: und wenn das Haus abbrennt ist die über Jahre gesammelte Bibliothek futsch. Die digitale Bibliothek kann (und sollte) man durch Sicherungsmaßnahmen fast unzerstörbar gestalten. Solange unsere Zivilisation nicht zusammenbricht und der Strom weg ist, kann man eBooks durch schlichtes Kopieren an diverse Lokationen sicher redundant lagern. Zumindest solange die elektronische Literatur nicht durch DRM “geschützt” ist…

eReader sind zu teuer und unpraktisch. Hier muss ich leider grundsätzlich zustimmen, doch keine Sorge, es kommt ein “aber”… Auch wenn die Anschaffungskosten langsam in erschwingliche Regionen kommen, sind die Preise für die Lesegeräte nach wie vor für einen Massenmarkt deutlich zu hoch (wobei die ersten eReader bereits unter die magische Grenze von 100 Euro gerutscht sind). Und leider muss man auch zugeben, dass viele Reader auf den Markt geworfen werden, die nicht sinnvoll durchkonstruiert wurden, sei es, weil der Bildschirm spiegelt, oder weil er zum Umblättern gefühlte Stunden braucht, wie Thalias Oyo. Letzteres kann glücklicherweise in aller Regel durch eine neue Firmware abgestellt werden, ersteres – wie bei manchen SONY-Readern mit Touchscreen – nicht. Hier heißt es Augen auf beim eReader-Kauf, damit man keine Überraschungen erlebt.

Mir doch egal!

Lassen wir es an dieser Stelle gut sein mit Hindernissen und eingebildeten Ressentiments gegen das eBook. Für mich ist eins ganz klar: ich möchte meinen eReader nicht mehr missen, sei es zum Lesen von Literatur oder wenn ich mir von einer Open Source-Software RSS-Feeds wie eine Zeitung zusammenstellen lasse und dann im Zug ohne online-Zugang lesen kann. Oder wenn ich haufenweise Klassiker der Weltliteratur legal und kostenfrei vom Project Gutenberg beziehen und lesen kann. Oder wenn ich US-amerikanische Special-Interest-Literatur wie beispielsweise die STEAMPUNK TALES goutieren kann, die hierzulande in gedruckter Form nie auf den Markt käme. Oder wenn ich Texte von Autoren lesen kann, die Brilliantes verfassen, mir aber von den Entscheidern in den etablierten Verlagen vorenthalten werden sollen, weil man sie nicht verlegen möchte. Oder wenn ich den am Kiosk verpassten Perry Rhodan-Roman bei Beam mal eben runterladen kann. Oder wenn ich weiß, dass ich in meiner Jackentasche zu jeder Zeit tausende Stunden Lesematerial mit mir herumtrage. Oder…

Das eBook wird kommen, mag es auch in Deutschland etwas länger dauern, weil eine konservative Branche mit aller Macht bremsen will und zu viele Leser noch Papierdünkel pflegen. Die Vorteile des Mediums sind unbestreitbar und über die Möglichkeiten von Self-Publishing mit Micropayment will ich hier gar nicht erst anfangen zu sprechen…

Bilder: Cybook Opus, aus der Wikipedia, iRex von Marcel030NL
auf flickr CC-BY-SA-Lizenz, iPad aus der Wikipedia

Letzte Woche zum gleichen Thema: Interaktive Bücher – Sinn oder Unsinn? von Ralf Steinberg.

 

Über Stefan Holzhauer

Seit dem ersten Computer Ende der 1970er (ein Atari 400) nie wieder von diesem Thema weggekommen; heute im Bereich Webdevelopment selbstständig (imagcon.de) und technikinteressiert - ohne in blinde Technikgläubigkeit zu verfallen. eBook-Fan (eReader: Hanvon N516). In seiner Freizeit beschäftigt er sich ausgiebig mit dem Thema Phantastik in Buch, Film, Fernsehen und Spiel und schreibt darüber auf PhantaNews.de.

14. Februar 2011 von Stefan Holzhauer
Kategorien: Lesen | Schlagwörter: , , , , , , | 9 Kommentare

Sieht ganz so aus als hätte hier jemand schon diverse Rants zum Thema eBooks gelesen. So zum Beispiel bei mir im Blog oder bei cyberfux.

PS: Wenn man schon hegemannt, dann bitte nicht noch die Quellen verlinken, die man nicht nennt.

PPS: Cyberfux will anscheinend von der Diskussion nichts weiter wissen, was sein gutes Recht ist. Ich bin nach wie vor der Meinung das der Autor abgekupfert hat und dies nicht zugeben will. Weiterhin leugnet er in den Kommentaren bei PadLive das er von dem Blog jemals etwas gehört hat... und dann hat er es explizit verlinkt. Vollzitat auch deshalb um eventuelle "redaktionelle Nachbearbeitung" zu verhindern.

 

PPS: Hier die Google-Cache Variante des Blogposts bei cyberfux (samt Kommentaren)

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Gastbeitrag: Das eBook – keiner will es? | PadLive

Gastbeitrag: Das eBook – keiner will es?

Gastbeitrag von Stefan Holzhauer zum Thema “eLesen”.

Ich kenne Stefan schon seit über 10 Jahren. Da er selbst einen Phantastik-Blog betreibt und hier immer wieder kommentiert, lag es nahe seine Meinung zum eBook zu publizieren. Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!

Vor ein paar Tagen ging es durch die einschlägigen Medien: Online-Versender und eBook-Vorreiter Amazon verkündete, dass in den Vereinigten Staaten die eBook-Verkäufe nach dem Hardcover- nun auch den Taschenbuchabsatz deutlich überholt hätten.

Wie das zum Titel passt? Gar nicht – zugegeben. Denn hierzulande sieht das noch ganz anders und ziemlich düster aus. Weder Verlage noch Leser scheinen eBooks wirklich zu wollen. Und auch wenn üblicherweise jeder Trend aus den USA über kurz oder lang zu uns herüber schwappt, sollte derzeit eigentlich deutlich mehr elektronischer Lesestoff abgesetzt werden, als tatsächlich wird.

Woran liegt das?

Die Gründe sind vielfältig, ich möchte ein paar Beispiele nennen und darüber reflektieren.

Die Verlage – Zwischen Angst, DRM und Reibach

Die großen Verlage haben Angst. Angst vor dem “Schreckgespenst Tauschbörse“. Man befürchtet, dass ihre Ware zu hunderttausenden getauscht und verteilt werden wird, wenn sie erst einmal als elektronische Fassung, als Datei, vorliegt. Deswegen geht man in der Branche sehr zögerlich vor, zumindest würde ich hier einen der wichtigsten Gründe verorten wollen. Darüber übersieht man die Chancen und neuen Möglichkeiten des Mediums; und man übersieht weiterhin, dass die Bücher – insbeondere Bestseller – ohnehin in den Tauschbörsen zu finden sein werden, wenn ein Bedarf da ist. Ist es dann nicht dumm, dem Leser die Möglichkeit zu verweigern, das eBook legal zu erwerben?

Aus dieser Angst vor unerwünschten Kopien erwächst das nächste Problem: die eBooks – wenn sie denn erhältlich sind – werden zu oft mittels DRM-Maßnahmen “geschützt”. Des Einen (scheinbarer) Schutz ist leider des Anderen Leid, denn ein Kopierschutz bestraft aufgrund seiner Einschränkungen und des Verlustes der Bequemlichkeit immer nur den ehrlichen Kunden – denn jede Schutzmaßnahme kann umgangen werden. Adobe bietet sein DRM-System bis heute nur für Windows und Mac an, wer Linux benutzt muss leider draussen bleiben. Lest mal Cory Doctorows Aussagen dazu, warum er seine Bücher als eBooks verschenkt und super damit fährt, liebe Entscheider in den Verlagen.

Die großen Verlage bekommen den Hals nicht voll. Die Preise, die hierzulande für eBooks angesagt werden, sind nachgerade albern hoch – orientieren sich zum Teil sogar an den Harcover-Ausgaben der Bücher. In Statements bemüht man sich zu beteuern, dass bei der Erstellung und Bereitstellung eines eBooks immense Kosten entstehen, die ähnlich hoch sind wie bei einem Print-Produkt.

Entschuldigung, aber: für wie blöd hält man uns eigentlich, dass angenommen wird, wir würden das glauben?

Gedruckte Bücher müssen gedruckt werden, das bereits ein Kostenfaktor, allein die Logistik, sie danach zu verteilen und in die Buchhandlungen zu schaffen, oder von mir aus auch vom Lager zum Kunden (wenn wir mal vom Onlinehandel ausgehen) beschert einen immensen Kostenaufwand, der bei eBooks komplett wegfällt. Dagegen sind die Kosten für den Aufwand, Dateien auf einem Server bereit zu stellen, gerade mal Peanuts – zumal die Infrastruktur oft durch Onlineshops grundlegend vorhanden ist. Die Herstellung ist einfach, die Bücher liegen vor dem Druck ohnehin als Datei vor und können automatisiert in ein eBook-Format konvertiert werden, auch hier also kaum zusätzliche Kosten. Werbung muss ohnehin für die Printversion gemacht werden, das kann also auch kein Faktor sein, zumindest so lange nicht, wie es auch noch gedruckte Bücher gibt. Lizenzkosten für DRM? Selbst schuld.

Mit den Kosten kann man also nicht argumentieren, tut es aber dennoch. Erschwerend kommt hinzu, dass der Börsenverein darauf besteht, die Buchpreisbindung gelte auch für eBooks. Wobei man selbstverständlich übersieht, dass der Internethandel keine Grenzen kennt und diese Buchpreisbindung auf Dateien nur dem Inlandhandel schaden wird (das unsägliche Thema Buchpreisbindung möchte ich an dieser Stelle lieber nicht vertiefen, das wäre einen eigenen Artikel mehr als wert). Und abschließend ist noch die Frage zu stellen, warum man auf Bücher 7% Mehrwertsteuer zahlt, auf eBooks jedoch 19%? Auch das will sich mir nicht erschließen.

In den Vereinigten Staaten sind eBooks eigentlich ebenfalls zu teuer, aber es werden im Vergleich lange nicht die Fantasiepreise verlangt wie in Deutschland.


eBooks: mit der Lupe zu suchen – aber nicht zu finden

Es liegen zu wenige Bücher als eBook vor. Im Vergleich zu anderen Ländern erscheint hier nach wie vor nur ein vergleichsweise verschwindend geringer Teil der Literatur auch als eBook. Von älteren Büchern wollen wir gar nicht erst sprechen… Wenn Google anbietet, Bücher, die seit Jahren nicht mehr käuflich erwerbbar sind, zu digitalisieren, als eBook bereit zu stellen und den Autoren hierfür eine Vergütung verspricht, droht man dem Suchmaschinenbetreiber mit Klagen, statt froh zu sein. Aber – ach ja – Google will ja die Autoren bezahlen und nicht etwa die Verlage…

Die Webseiten, auf denen man eBooks kaufen könnte sind leider allzu oft immer noch bedienerische Katastrophen (Artikel alt aber immer noch wahr) und Verkaufsverhinderungsplattformen. Paradebeispiel war libreka.de die eBook-Plattform des Deutschen Buchhandels. Wer da mal versucht hat ein Buch zu bestellen oder auch nur an eins der hin und wieder angebotenen kostenlosen Exemplare zu kommen, der wird nachvollziehen können, was ich meine, denn das war Masochismus pur. Auch eine Art, seine Kunden nachdrücklich zu vergaulen. Wie so etwas richtig und komfortabel geht, zeigen kleine Anbieter, wie beispielsweise Beam-eBooks auf eindrucksvolle Weise und DRM-frei.

Das waren Probleme die man an den Verlagen festmachen kann, man könnte noch mehr aufzählen. Ich möchte explizit kleine und Special Interest-Verlage ausnehmen, denn da finden sich oft deutlich mehr Kreativität und Willen zu Innovation und Risiko als bei den Dinosauriern der Branche.

Der Leser – oft zu konservativ…

Das zweite große Problem in diesem Zusammenhang ist - traurig aber wahr – der Leser. Allzu viele lehnen einen eReader ab, weil sie konservativ auf Papier beharren. Ich gebe unumwunden zu, dass Bücher sexy sind, auch ich mag es, einen Roman aus Papier in Händen zu halten. Ich kann aber nicht nachvollziehen, warum das ein Grund GEGEN eReader ist? Warum wird von zu vielen Konsumenten hier die Frage “für oder wider” gestellt, verbunden mit einem “entweder – oder”, statt ein viel sinnvolleres “sowohl als auch” zu sehen? Manche versteigen sich sogar in Aussagen wie “eBook-Leser seien kulturlos” oder “primitiv” und würden “seelenlos bei Amazon bestellen” – über solche Saurier und ihre vorgestrigen Ansichten kann man allerdings nur müde und mitleidig lächeln.

Überhaupt sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Haptik eines gedruckten Buches ein Generationenproblem ist: die nächste Lesergeneration wird einen eReader als etwas völlig Normales kennengelernt haben, da wird das subjektive “Gefühl” eines Papierbuches keine Rolle mehr spielen.

Wer hier verweigert reiht sich bei denjenigen ein, die den Film, den Tonfilm, den Farbfilm, die Schallplatte und was weiß ich noch alles als “neumodischen Firlefanz” abgetan haben und der Ansicht waren, das würde sich nicht durchsetzen. Doch – hat sich alles durchgesetzt, trotz aller Unkenrufe der Fortschrittsmuffel, und dem eBook wird es nicht anders gehen, da bin ich sicher.

Überhaupt sollte man sich mal davon lösen, dass nur Romane auf einem eReader goutiert werden können, ich warte händeringend auf ein erschwingliches, ungefähr DIN A4-großes Gerät, mit dem man Fachzeitschriften und Tageszeitungen lesen kann. Es gibt ABSOLUT KEINEN GRUND, warum insbesondere für letztere Bäume abgeholzt werden müssen. Für Periodika ist ein ergonomisch geeigneter eReader das perfekte Medium.


… und leider häufig uninformiert

Eine weitere Argumentation die man immer wieder zu hören bekommt ist “ich mag keine langen Texte auf einem Computerbildschirm lesen!”. Kann ich nachvollziehen, mache ich ohnehin den ganzen Tag, das muss ich beim “Entspannungslesen” nicht auch noch haben. Hintergrundbeleuchtetes Lesen ist auch weder dauerhaft gut für die Augen noch am Abend unserem Melatonin-Haushalt zuträglich – was angeblich zu Schlafstörungen führen kann.

Ich rede aber wenn ich von eReader spreche nicht von LCD-basierten Geräten, sondern von solchen mit ePaper-Display. Die sind von Hause aus nicht beleuchtet, was aus vielen Gründen Sinn macht (nicht nur wegen des Melatonins) und haben ein deutlich höher auflösendes und flimmerfreies Schriftbild (runterscrollen bis “Display”) als ein Bildschirm, so dass der Leseeindruck weitgehend dem eines Buches entspricht.

Wer das Argument mit dem “anstrengenden Lesen” auf einem Computerbildschirm vertritt, hat in aller Regel noch nie ein eInk-Display aus der Nähe gesehen, denn sonst wüßte er, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Jeder der mir damit kam und dem ich meinen Reader daraufhin vor die Nase hielt, musste (meist verblüfft) einsehen, dass er bezüglich des angeblich unangenehmen Leseerlebnisses geirrt hatte und einem Vorurteil aufgesessen war. Da eInk nicht zur Anzeige, sondern nur beim Umblättern Strom benötigt, ist auch die Laufzeit noch nicht einmal ansatzweise ein Problem. Ich kann mich nicht erinnern, dass der Akku meines eReaders schonmal auch nur halb leer gewesen wäre…

“Wenn das Lesegerät oder der Computer kaputt gehen sind die Bücher weg”. Im Ernst – auch dieses Argument habe ich bereits vernommen. Ich kann da nur antworten: und wenn das Haus abbrennt ist die über Jahre gesammelte Bibliothek futsch. Die digitale Bibliothek kann (und sollte) man durch Sicherungsmaßnahmen fast unzerstörbar gestalten. Solange unsere Zivilisation nicht zusammenbricht und der Strom weg ist, kann man eBooks durch schlichtes Kopieren an diverse Lokationen sicher redundant lagern. Zumindest solange die elektronische Literatur nicht durch DRM “geschützt” ist…

eReader sind zu teuer und unpraktisch. Hier muss ich leider grundsätzlich zustimmen, doch keine Sorge, es kommt ein “aber”… Auch wenn die Anschaffungskosten langsam in erschwingliche Regionen kommen, sind die Preise für die Lesegeräte nach wie vor für einen Massenmarkt deutlich zu hoch (wobei die ersten eReader bereits unter die magische Grenze von 100 Euro gerutscht sind). Und leider muss man auch zugeben, dass viele Reader auf den Markt geworfen werden, die nicht sinnvoll durchkonstruiert wurden, sei es, weil der Bildschirm spiegelt, oder weil er zum Umblättern gefühlte Stunden braucht, wie Thalias Oyo. Letzteres kann glücklicherweise in aller Regel durch eine neue Firmware abgestellt werden, ersteres – wie bei manchen SONY-Readern mit Touchscreen – nicht. Hier heißt es Augen auf beim eReader-Kauf, damit man keine Überraschungen erlebt.

Mir doch egal!

Lassen wir es an dieser Stelle gut sein mit Hindernissen und eingebildeten Ressentiments gegen das eBook. Für mich ist eins ganz klar: ich möchte meinen eReader nicht mehr missen, sei es zum Lesen von Literatur oder wenn ich mir von einer Open Source-Software RSS-Feeds wie eine Zeitung zusammenstellen lasse und dann im Zug ohne online-Zugang lesen kann. Oder wenn ich haufenweise Klassiker der Weltliteratur legal und kostenfrei vom Project Gutenberg beziehen und lesen kann. Oder wenn ich US-amerikanische Special-Interest-Literatur wie beispielsweise die STEAMPUNK TALES goutieren kann, die hierzulande in gedruckter Form nie auf den Markt käme. Oder wenn ich Texte von Autoren lesen kann, die Brilliantes verfassen, mir aber von den Entscheidern in den etablierten Verlagen vorenthalten werden sollen, weil man sie nicht verlegen möchte. Oder wenn ich den am Kiosk verpassten Perry Rhodan-Roman bei Beam mal eben runterladen kann. Oder wenn ich weiß, dass ich in meiner Jackentasche zu jeder Zeit tausende Stunden Lesematerial mit mir herumtrage. Oder…

Das eBook wird kommen, mag es auch in Deutschland etwas länger dauern, weil eine konservative Branche mit aller Macht bremsen will und zu viele Leser noch Papierdünkel pflegen. Die Vorteile des Mediums sind unbestreitbar und über die Möglichkeiten von Self-Publishing mit Micropayment will ich hier gar nicht erst anfangen zu sprechen…

Bilder: Cybook Opus, aus der Wikipedia, iRex von Marcel030NL
auf flickr CC-BY-SA-Lizenz, iPad aus der Wikipedia

Letzte Woche zum gleichen Thema: Interaktive Bücher – Sinn oder Unsinn? von Ralf Steinberg.

Über Stefan Holzhauer

Seit dem ersten Computer Ende der 1970er (ein Atari 400) nie wieder von diesem Thema weggekommen; heute im Bereich Webdevelopment selbstständig (imagcon.de) und technikinteressiert - ohne in blinde Technikgläubigkeit zu verfallen. eBook-Fan (eReader: Hanvon N516). In seiner Freizeit beschäftigt er sich ausgiebig mit dem Thema Phantastik in Buch, Film, Fernsehen und Spiel und schreibt darüber auf PhantaNews.de.

14. Februar 2011 von Stefan Holzhauer
Kategorien: Lesen | Schlagwörter: , , , , , , | 9 Kommentare

Kommentare (9)

  1. DAMerrick sagt am 14. Februar 2011 um 10:33

    Ganz klar, an erster Stelle sind die Verlage schuld.
    Die deutschen Verlage sind sowieso konservativ was Schrift und Gedrucktes angeht
    (bspw. ist es so das Autoren in Deutschland ihr Buch erst in den USA auf den Markt bringen, wo es zum Knüller wird bevor dann Verlage aus Deutschland es zurück übersetzen. Und warum? Weil die Verlage in Deutschland vorher dem Autor keinen Erfolg zugetraut haben.)

    und wenn man sich ansieht was bei den Zeitungen abläuft… Leistungsschutzrecht, ePaper sind Teufelswerk und sowieso doof. Nach dem Motto “Wir mögen es nicht und die andern mögen uns nicht und die sind sowieso durch. Mama, die wollen mit uns spielen!! Buhuhuhu!!!”

    Kindergarten? Sicher.
    Bei eBooks ist es wie bei dem iPhone und seinen Apps. Oder bei iTunes und der Music. Die Kunden sind bereit zu zahlen, sogar einen festen Preis.
    ABER nur wenn der Komfort und die Auswahl stimmt.

    DRM bei einem Buch finde ich persönlich jetzt nicht ganz so dramatisch, so wie man nicht auf die Idee kommt gedruckte Bücher einzuscannen verstehe ich nicht wieso es keinen Kopierschutz für eBooks geben darf.

    • “Niemand scannt Bücher ein” ist ein Irrglaube. Wenn Bedarf da ist wird auch gescannt, bereits vor dem großflächigen Aufkommen von eReadern wurden Bücher in Massen zerlegt, gescannt und dann ins Netz gestellt.
      Dass das auch ein durchaus aktuelles Thema ist, zeigt der folgende Artikel auf lesen.net : http://www.lesen.net/ebooks/japan-grosser-erfolg-fuer-professionelle-buchscanner-4935/
      Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dafür euch hierzulande ein Markt bestehen könnte. Ist auch nicht illegal, wenn ich mir mein eigenes Buch einscannen lasse, um es auf dem eReader lesen zu können.

      DRM ist böse. Es beschränkt mich auf bestimmte Geräte, Software oder Plattformen und schränkt meine Nutzung im Vergleich zum Papierbuch in unverschämt zu nennender Weise ein. Die Verlage erlauben mir damit gnädigerweise das Buch zu lesen, solange sie es für richtig halten. Ich erwerbe nicht das Buch sondern eine Leselizenz. Wenn die DRM-Infrastruktur eines Tages abgeschaltet wird, habe ich einen Haufen verschlüsselter und damit nutzloser Dateien. Ich persönlich werde keine DRM-verseuchten eBooks kaufen.

      Die Buchindustrie möchte offenbar die Fehler der Musikindustrie wiederholen, statt aus ihnen zu lernen…

  2. Konservativ? Ich sehe mich eher als Schöngeist. ich möchte Bücher um mich herum haben und mit Büchern leben! Toll übrigens das die Verlage in D auch verweigern!

  3. Gute Argumente, konzentriert zusammengestellt.

    Als potentieller e-Leser, der sich vorstellen kann, Zeitungen, Feeds und Selbstpubliziertes elektronisch zu lesen, würde ich trotzdem nie auf mein Buch verzichten. Für alles Übrige hätte ich gern ein Display, das ich zusammenrollen und in die Jacke stecken kann.

  4. Pingback: “Das eBook – keiner will es?” – Gastbeitrag auf Padlive.de | PhantaNews

  5. eBooks haben sicher ihre Vorteile, aber in Sachen Typographie und Layout werden sie auf absehbare Zeit ganz klar schlechter sein und bleiben als ein gedrucktes Buch. Denn bei einem gut gesetzten gedruckten Buch werden Zeilenumbruch etc. nicht ad hoc berechnet, sondern von einem Layouter optimal gestaltet. Viele Reader bieten auch keine automatische Silbentrennung, was bedeutet, dass – gerade im Deutschen – kein schöner Blocksatz möglich ist. Und gutes Layout heisst nicht bloss “gestalterische Mätzchen, auf die man auch verzichten könnte” und ist auch nicht Zeichen einer konservativen Einstellung. Gute Typographie bedeutet immer, dass dem Leser das Lesen so angenehm wie möglich gemacht wird. Dies ist eine Aufgabe, die nach wie vor keine Software automatisch in Echtzeit kann, und die gängigen eBook-Formate sind diesbezüglich gegenüber einem gedruckten Buch klar im Nachteil (das Gleiche gilt übrigens für Websites).

  6. Also, auf der BUCH Wien, im November des Vorjahres, verteilte ich Flyers und fügte hinzu, dass man sich damit ein Gratis-eBook herunterladen könne. Man konnte an den Gesichtern der Leute erkennen, dass ich hier ein böses Wort in den Mund nahm. “eBook” scheint mir hierzulande, also im deutschsprachigen Raum, äußerst negativ besetzt zu sein. Das hat natürlich gute Gründe, die ich hier nicht weiter ausbreiten will, hat aber damit zu tun, dass sich viele Medien- und Verlagshäuser ins Knie schießen, wenn sie elektronische Bücher forcieren.

    Das größte Dilemma ist ja, dass das eBook dem Taschenbuch Konkurrenz macht. Aber ein Taschenbuch ist schon gedruckt, liegt auf Lager und kostet Geld und Zinsen. Jeder Kaufmann will zuerst die Lagerbestände leeren und nicht eBooks verkaufen (und wenn, dann nur teurer). So gesehen ist es kein Wunder, dass auf amazon.com die eBooks um die Spur teurer als Taschenbücher sind.

    Man wird sehen, wie sich die Sache entwickelt.

  7. Bei den Musikverlagen gibt es immer öfter die digitale Version gratis und ohne DRM zur Platte oder CD dazu. Ein vernünftiges Konzept, finde ich.
    Wer aber will, dass ich eine spezielle Datei auf einem speziellen Gerät anschaue, muss es mir schenken. Bei einem Buch habe ich auch keine weiteren Kosten, um es zu lesen.

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Sieht ganz so aus als hätte hier jemand schon diverse Rants zum Thema eBooks gelesen. So zum Beispiel bei mir im Blog oder bei cyberfux.

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Sonntag, 13. Februar 2011

Telepolis pnews: Die "geraubten Kinder" in Spanien fordern Aufklärung

Geschätzte 300.000 Kinder wurden Regimegegnern in der Franco-Diktatur geraubt

Es war ein Schock für die Spanierin María Labarga, als sie über einen ungeheuerlichen Vorgang informiert wurde: "Dein Vater hat mir erzählt, dass du nicht seine Tochter bist, sondern gekauft wurdest", sagte ihr die Tante am Telefon. Die 42-Jährige hatte zwar nie einen Verdacht, aber stets eine leise Ahnung in sich getragen, doch erst im Sterbebett rückte der Mann vor vier Jahren mit der Wahrheit heraus, den María 38 Jahre für ihren Vater hielt. Seit dabei ihr Leben aus den Angeln gehoben wurde, ist sie auf der Suche nach sich selbst. "Mein Leben ist eine Lüge, alles ist falsch, ich weiß nicht wer ich bin, wo ich geboren wurde, was passiert ist", erklärt sie.

Für 200.000 Peseten wurde María gekauft und so viel kostete 1969 eine Wohnung in Spanien. Juan Luis Moreno und Antonio Barroso gingen für jeweils 150.000 Peseten ebenfalls 1969 über den Ladentisch. In ihrem Fall geschah das in einer Gesundheitsstation von Saragossa. Ein Priester verkaufte sie an zwei befreundete Familien aus Barcelona, die keinen eigenen Nachwuchs hatten. Weil sie in der Schule stets als "Adoptivkinder" gehandelt wurden, bestätigte der "Vater" von Juan Luis kurz vor dem Tod nur noch, was er insgeheim längst wusste. Daran änderte nichts, dass in allen Urkunden die falschen Eltern als leibliche Eltern vermerkt waren. Schnell fanden auch sie heraus, dass sie keine Einzelfälle waren und schlossen sich der "Vereinigung der irregulären Adoptionen" (Anadir) an.

Menschenhandel begann während des Franco-Regimes

Um endlich Licht in den Menschenhandel zu bringen, hat Anadir kürzlich eine Sammelklage für 261 "geraubte Kinder" eingereicht, denn ein Mantel des Schweigens breitet sich weiter über die Vorgänge aus, die zwar allseits bekannt sind, aber ihren Ursprung in den 40 Jahren der brutalen Franco-Diktatur haben. Denn auch im Fall der geraubten Kinder hat sich 36 Jahre nach dem Tod des Diktators wenig getan.

Daran hat sich auch wenig geändert, als 2004 erneut eine Regierung die Macht übernahm, die sich "sozialistisch" nennt. Und der steht mit José Luis Rodriguez Zapatero ein Ministerpräsident vor, dessen Großvater sogar von den Faschisten ermordet und in einem Massengrab verscharrt wurde. Bisher hat die Generalstaatsanwaltschaft Anadir nur mündlich mitgeteilt, "nicht die Mittel zu haben, um alle Fälle zu untersuchen". Das sollen nun Provinzstaatsanwälte leisten. Nach dem Aufschrei in der Öffentlichkeit hat sich die Generalstaatsanwaltschaft aber bereit erklärt, die Ermittlungen wenigstens zentral zu koordinieren.

Der Vorgang, die explosiven Fälle aus dem Faschismus von Madrid in die Provinz abzuschieben, ist bekannt. So geschah es auch mit den zaghaften Versuchen, etwas Licht in die Vorgänge zu bringen, die sich um zehntausende Opfer der Diktatur ranken, die noch heute in den Massengräbern liegen. Denn auch die sozialistische Regierung hat an einer wirklichen Aufarbeitung der Diktatur kein Interesse. Immer wieder knickt sie vor den Nachfahren der Diktatur ein. So schaffte es die starke postfaschistische Volkspartei (PP) und die mächtige katholische Kirche, dass aus dem Gesetz zur "Wiederherstellung der historischen Erinnerung" ein verwässertes "Gesetz zur Anerkennung und Ausweitung der Rechte der Opfer des Bürgerkriegs und der Diktatur" wurde. Rechtssicherheit wird weder in der Frage der Öffnung der Massengräber noch für die geraubten Kinder geschaffen, nur ein individueller Klageweg steht offen. Dass in diesen Fällen an Provinzgerichten viel passiert, ist zu bezweifeln, meist fehlen dort die Mittel, der Wille oder der Mut, sich mit derlei Fällen zu beschäftigen. Ohnehin schätzen bisherige Untersuchungen, dass insgesamt 300.000 Kinder geraubt wurden.

Der Anadir-Anwalt will deshalb das Ministerium für Staatsanwaltschaft in die Pflicht nehmen. In Madrid müsse eine zentrale Datenbank mit genetischen Fingerabdrücken aufgebaut werden, um die wirklichen Eltern ermitteln zu können, erklärte Enrique Vila Torres. Er geht davon aus, dass eine kriminelle "Organisation, mit ökonomischer Macht, Zwischenhändlern und Kliniken, diese Kinder angeboten hat". Behörden oder Beamte müssten ebenfalls in großer Zahle verwickelt sein: "Die Kinder wurden niemals in den Gemeinden registriert, in denen sie geboren sind", erklärt Vila.

Kinder sollten "umerzogen" werden

Zunächst war der Kinderraub politischer Natur. Die Putschisten raubten Republikanerinnen, Linken, katalanischen und baskischen Nationalistinnen in den Knästen ihre Kinder. "Wegen ihrer schädlichen Ideen" seien sie für die Erziehung ungeeignet, schreibt die franquistischen "Kinderschutzbehörde". Aus dem Bericht geht hervor, dass fünf Jahre nach deren Sieg im Bürgerkrieg, also 1944, mehr als 12.000 Kinder von Franco-Gegnern "umerzogen" wurden. Eins von ihnen war Vicente Muñiz, gegen dessen Eltern schwere Anschuldigungen konstruiert wurden. Sie wurden schließlich ermordet und liegen noch heute in einem der Massengräber. Die Zahl der geraubten Kinder stieg sogar weiter an. 1954 sollen es nach Dokumenten der faschistischen Behörde schon 54.000 gewesen sein. Meist wurde im klerikalfaschistischen Spanien die Umerziehung Klosterschulen oder Priesterseminaren übertragen. Das hatte schon Muñiz Telepolis erzählt und in den kirchlichen Einrichtungen waren die Kinder meist Opfer eines brutalen Regimes.

Später wurde dann aus dem Kinderraub ein lukratives Geschäft, das noch bis in die 1990er Jahre angedauert haben soll. Doch statt die Kinder den Frauen in den Lagern oder Knästen zu entreißen, wurde ihnen später in den Kliniken meist erklärt, sie seien bei der Geburt gestorben. Faschistische Seilschaften, die sich im Übergang zur Demokratie amnestiert wurden, dienten auch nach dem Tod des Diktators auf allen Ebenen dafür, die Geschäfte abzuwickeln, falsche Dokumente zu besorgen, etc.

Erst 1987 wurde gegen die weit verbreitete Praxis ein Adoptionsgesetz erlassen. Doch es wurde nichts getan, um die zerrissenen Familien wieder zusammenzuführen und um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Auch hier könnte sich Spanien ein Beispiel an Ländern wie Argentinien oder Uruguay nehmen, wo die Diktaturen zwar später zu Ende gingen, aber die Aufarbeitung längst in Gang ist.

Ist ja alles gut und schön, doch möchte ich den ideologisch leicht verblendeten Autor, Ralf Streck, in dieser Sache zumindest auf eines hinweisen:

In der DDR wurden Müttern ihre Kinder weggenommen, im 3. Reich wurde dies so gehandhabt, es gibt immer wieder Berichte das die katholische Kirche eine solche Praxis in vielen Ländern der Welt immer wieder angewandt hat, von der UDSSR wissen wir das eine solche Praxis durchaus vorkam, sowohl um die Kinder umzuerziehen als auch um die Eltern zu für nonkonformistische Haltungen zu strafen... also was ist an den (längst vergangenen Fällen) in Spanien derart besonders und wichtig?

Ich stelle nicht in Abrede, das es für die jeweils Betroffenen ein schweres Schicksal ist, allerdings finde ich in dem Artikel wie gesagt keine Referenz zu ähnlichen (und schlimmeren!) Greueltaten anderer Länder und Regierungen.

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Freitag, 11. Februar 2011

Wenn Du allein an einer roten Ampel stehst und über die Strasse möchtest und es kommt auch weit und breit kein Auto. Gehst Du dann? Und wenn auf der anderen Strassenseite zwei 8-9jährige Schulkinder stehen, die auch Queren wollen?

Ja aber sicher doch! Wenn Gott gewollt hätte das alle Schulkinder überleben hätte er uns nie Darwins Erkenntnisse über das Überleben und die Evolution ermöglicht. Eines Tages werden Schulkinder teleportieren können, da es sich um einen evolutionären Vorteil handelt.

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Mittwoch, 9. Februar 2011

Lo de Electronic Arts es para que lo solucione Chuck Norris

09 febrero 2011 ~ 1 Comment y 0 Reactions

Lo de Electronic Arts es para que lo solucione Chuck Norris

La frase que titula este post es justamente lo que se me paso por la cabeza cuando vi que después de descargar e instalar Worms para Android en mi Galaxy S. ¿Como puede ser que una empresa que se supone que es de las potentes en cuestión de videojuegos para móviles no es capaz de hacer un juego que funcione en uno de los terminales punteros? Esta es la pregunta que me hice después.

Como ya sabemos todos EA es una de las empresas punteras en el sector y parece que tienen que ganes de hacer juegos para Android, o eso es lo que parece en un principio, ya que sus juegos no son compatibles con la mayoría de terminales de “gama alta” que hay hoy en día en el mercado. Esto refleja las pocas ganas que tiene muchas empresas de hacer las cosas bien. Lo malo no es la mala imagen que dan cara a los usuarios ya que ese es su problema, sino los despagos y perdidas de dinero que nos estamos llevando nosotros.

Ya que en el caso concreto de Worms y hace una temporada Need for Speed Shift muchos de nosotros después de comprobar que los juegos no funcionaban en el terminal tomamos la decisión de no devolverlos a expensas de que EA solucionase el problema y así poder disfrutar de los juegos en nuestros terminales. Eso por ahora no ha sido posible y no solo eso sino que EA no se le ve con ninguna intención de corregirlos, y es más parece que hace caso omiso a los comentarios que dejamos los usuarios en el Market, además muchos de nosotros hemos mandado mails y tampoco hemos recibido contestación.

Después de ver este panorama creo que EA por lo que es por mi parte se queda como una empresa chapucera y por ahora no creo que compre ningún juego suyo sino corrigen esta política, ya que a mi el dinero no me lo regalan y tampoco se lo pienso regalar a ellos. Desde aquí os animo a inundar su mail de peticiones de corrección de los juegos que no funcionen en vuestros terminales ya que o esto lo solucionan ellos o tendremos que llamar a Chuck Norris.

¿Vosotros que opinais?

Polo

Adicto a la tecnología y a Android, con ganas de ofreceros los mejores juegos y noticias sobre este mundo ;)

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English - Spanglish, hoy: "Love me do - The Beatles"

Love love me do you know I love you 


Laf Laf mi du iu no ai laf iu


I'll always be true so please love me do oh oh love me do 


Ail olveis bi tru so plis laf mi du o o laf mi du


love love me do you know I love you 


Laf Laf mi du iu no ai laf iu


I'll always be true so please love me do oh oh love me do


Ail olveis bi tru so plis laf mi du o o laf mi du


Someone to love somebody new 


Samvon tu laf sambadi nu


someone to love someone like you


Samvon to laf samvon laic iu


Love love me do you know I love you 


Laf Laf mi du iu no ai laf iu


I'll always be true so please love me do oh oh love me do


Ail olveis bi tru so plis laf mi du o o laf mi du


Love love me do you know I love you 


Laf Laf mi du iu no ai laf iu


I'll always be true so please love me do 


Ail olveis bi tru so plis laf mi du o o laf mi du


oh oh love me do yeah love me do oh oh love me do


o o laf mi du iea laf mi du o o laf mi du

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