Montag, 11. Februar 2013

Schavan und die "Flüchtigkeitsfehler"... Moment mal!


All diese bedeutungslosen Flüchtigkeitsfehler, all diese kleinen Ungenauigkeiten, diese ganze pseudowissenschaftliche Arbeiten und dennoch hat es zu "magna cum laude" gerreicht?

Ungeachtet der Tatsache dass Frau Schavan, nun Abiturientin mit einigen undokumentierten Kenntnissen der Theologie und Pädagogik, sich durch dieses Plagiat einen Doktor-Titel erschlichen hat, so erstaunt es mich nach wie vor wie es der Universiät Düsseldorf, dem Doktorvater und seinen Kollegen nur möglich war dieser so mängelbehafteten Arbeit eine so grandiose, tatsächlich herausragende Note zu verpassen.

Oder sollte ich meine Frage anders stellen: Wurde die tatsächlich geleistete Arbeit in Form der Dissertation gewertet, oder wurde hier eine Frau Annette Schavan mit Blick auf Karriere, (auf-) gewertet?

Es könnte sogar der Eindruck entstehen, das wir hier einer besonderen Form der Korruption begegnen: Eine Fakutät ortet eine vielversprechende karrierehungrige Frau die gut vernetzt ist. Es kann ja sicher nicht schaden ein wenig die "schützende" Hand über sie zu halten nur für den Fall der Fälle... schliesslich haben wir ja erst vor kurzem aus dem Mund von Frau Schavan erfahren, dass "Freundschaften auf über die Zeit eines Mandates halten". Das könnte eine Drohung gewesen sein, oder ein subtiler Hinweis. Schavan hat Einfluss in Sachen Bildung und Kultur, die Universität Düsseldorf wird dies im Zweifel noch zu spüren bekommen...

Aber zurück zu den Dissertationen - erinnern wir uns: Auch im Falle Guttenberg und Koch-Mehrin waren die Dissertationen "cum laude" (um es mal über einen gemeinsamen Kamm zu scheren) und bei beiden Dissertationen waren die Mängel derart schwerwiegend, dass einer Aberkennung nichts, aber rein gar nichts im Wege stand. Keinerlei Zweifel: Beide Arbeiten enthielten so gut wie keine Eigenleistung und waren sogar mangelhaft plagiiert ganz im Unterschied zu Schavan die sich richtig Arbeit gemacht hat und wo sie nur konnte paraphrasierte und umstellte (diese Arbeit wurde nun ja auch von der Uni Düsseldorf gewürdigt die prompt vorsätzliche Täuschungsabsicht und Verschleierungs attestierte).

Auch hier wieder meine Frage: Was wurde bewertet und wer wurde (bewusst) aufgewertet?

Die Universitäten müssen sich auch den Vorwurf gefallen lassen, Politikern und Karrieristen Titel inflationär hinterherzuwerfen und dies auch noch mit extrem guten Noten.

Von einer Gesellschaft die angeblich stolz auf Bildungsbürgertum und Leistungserbringer ("Säulen der Gesellschaft") kann man anderes erwarten. Es wäre interessant zu erfahren auf welcher Basis Frau
Schavan et al sich ihr "cum laude" verdient haben. Eventuell stossen wir hier auf eine Lücke die man
schliessen sollte, denn Bewertungen müssen nachvollziehbar sein, nicht nur zum Zeitpunkt der Bewertung sondern jederzeit, aus diesem Grund sollten die Bewertungen, ihre Kriterien und das abschliessende "Urteil" zusammen mit der Arbeit dokumentiert (und zwingend archiviert) werden.

Für den Universitätsstandort Deutschland ist es sicher jetzt eine Herausforderung einen Bewertungsstandard durchzusetzen, wenn er sich mit den Beispielen Schavan, Guttenberg, Koch-Mehrin und Co konfrontiert sieht.

Hierzu sehr lesenswert der Google+ Beitrag von Jürgen Braatz
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