Dienstag, 23. April 2013

Glosse des Tages - DTAG: Deutsche Telekom - Fragen und Antworten zur DSL-Drossel

Fragen und Antworten

23.04.2013
Angesichts des rasanten Datenwachstums stellt die Telekom die Tarifstruktur für Internetanschlüsse im Festnetz um. Wir wissen einfach nicht mehr wohin mit den ganzen Daten. Vielleicht kann uns ja Dropbox, Amazon oder Google erklären wie die die Daten halten und welches Futter die benötigen. Irgendeiner sprach von Cookies, aber wir können uns nicht vorstellen, dass man sich nur davon ernähren kann. Ausserdem braucht unser Vorstand neue Milliardenboni, wir haben es gerade erst geschafft die Verluste die von Ron Sommer  und der Obermännchen eingefahren wurden in der Bilanz zu verstecken. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den neuen Tarifstrukturen geben wir hier nicht, aber lesen Sie ruhig weiter.
Warum führt die Telekom auch im Festnetz Volumentarife ein?
Wir wollen den Kunden auch in Zukunft mit wenig Arbeit und ungenügender Infrastruktur das Geld aus der Tasche ziehen, dafür investieren wir weiterhin Milliarden in Managerboni und sinnlosen Auslandsaquisitionen um ein Global Player zu werden. Immer höhere Bandbreiten lassen sich aber nicht mit immer niedrigeren Preisen finanzieren, naja eigentlich schon, aber eben nicht wenn die gesamte obere Managementetage sich pro Jahr zwei Häuser am Tegernsee leisten möchte, ausserdem sind die Kontoführungsgebühren in der Schweiz gestiegen, vor allem bei den Banken die nach wie vor Wert auf Diskretion legen. Den Kunden mit sehr hohem Datenaufkommen werden wir in Zukunft mehr berechnen müssen, naja eigentlich müssen wir nicht, aber wir wollen, also werden wir es machen und die Kunden werden es bezahlen, schliesslich sind wir ja immer noch so gut wie Monopolist, gelle? Volumentarife sind im Mobilfunk längst üblich, also sind die Kunden an Abzocke ohnehin gewöhnt. Warum also liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben. Und sie haben den Vorteil, dass wir an den Kunden mehr verdienen müssen, die das Internet beruflich, schulisch oder künstlerisch nutzen.
Wie wird die Beschränkung eingeführt?
Die Einführung der neuen Tarife erfolgt schleichend: Zunächst werden zum 2. Mai 2013 die Leistungsbeschreibungen für neue Verträge angepasst, natürlich ins Kleinstgedruckte, wie es sich für einen guten Konzern gehört. Bestehende Verträge sind von den Änderungen nicht betroffen, zumindest sagen wir das heute. Morgen kann das schon anders sein, wir werden die betroffenen Kunden selbstverständlich spätestens dann informieren, wenn 3-5 Reklamationen pro betroffenen Kunden eingegangen sind. Oder auch nicht, whatever. Wann die Telekom die Geschwindigkeitsreduzierung tatsächlich einführt, hängt von der Willkür und Geldgier gelangweilter Produktmanager ab. Wir gehen bisher davon aus, dass wir die Limitierung technisch nicht vor 2016 umsetzen, schliesslich arbeiten wir hier mit Vollprofispezialisten von T-Systems. Vorher bekommen Kunden die Möglichkeit, ihren tatsächlichen Datenverbrauch im Kundencenter im Internet nachzuvollziehen, naja was heisst schon "nachvollziehen", wir aktualisieren den Zähler mittels einer random-Funktion und schauen wer es merkt. Mit der Umsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung wird die Telekom Zubuchoptionen einführen, schliesslich wollen die gelangweilten Produktmanager mal wieder neue Produkte kreiern. Damit können Kunden über das integrierte Volumen hinaus das Internet mit Hochgeschwindigkeit nutzen, ausser Youtube, denn das bekommen wir nicht hin. Die Details der Zubuchoptionen wird die Telekom rechtzeitig bekannt geben, aber wir sind sicher das wir einen guten Schnitt machen.
75 Gigabyte sind doch viel zu wenig!
Im Schnitt verbraucht ein Kunde heute 15 bis 20 Gigabyte (GB). Wenigstens gilt das für unsere Referenzgruppe im Altenheim Waldesruh in der Nähe unserer Konzernzentrale. Das geringste integrierte Datenvolumen wird 75 GB betragen. Neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails ist dieses Volumen beispielsweise ausreichend für zehn Filme in normaler Auflösung plus drei HD-Filme, plus 60 Stunden Internetradio, plus 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming, also mehr als ausreichend für jemanden der einen Hauptberuf hat und mindestens 2 Nebenjobs um sich das Leben in Deutschland leisten zu können. Leistung muss sich wieder lohnen und Prokastrination im Internet muss man sich auch leisten können, also geht arbeiten ihr faules Pack!
Warum erhöht die Telekom nicht einfach die Preise für alle?
Das wäre ja doof und würde die Bundesnetzagentur auf den Plan rufen. Indem wir "mimimimi Netzüberlastung" rufen und dann die Netzneutralität kaputtmachen wecken wir doch keinen Beamten auf!
Will die Telekom nicht einfach nur abzocken?
Von Abzocke kann keine Rede sein, also ein klares JA. Vorteil der Volumentarife ist, dass damit in Zukunft alle Kunden mehr zahlen müssen. . Grundsätzlich gilt: Die Telekommunikationsbranche in Deutschland insgesamt verzeichnet sinkende Umsätze bei steigenden Gewinnen, für ein börsennotiertes Unternehmen ist das nicht hinnehmbar, denn wir benötigen steigenden Umsatz bei raketengleich steigenden Gewinnen, so wie die Strombranche. Gleichzeitig stehen Milliardeninvestitionen in den Breitbandausbau an die wir uns nicht leisten wollen, schliesslich hat uns der Staat das Netz geschenkt, jetzt sollen die gefälligst auch den Ausbau bezahlen, wo kämen wir hin wenn wir Investitionen tätigen müssten? Es muss für Unternehmen die Möglichkeit geben, mit Investitionen Geld zu verdienen... sagt zumindest die FDP. Leistung anderer muss sich für uns lohnen. Oder so.
Was ist mit Entertain?
Wissen wir auch nicht. Nutzt das irgendwer? Keine Sorge, bald werdet ihr müssen, da wir euch Youtube, Hulu, Netflix, Amazon und Co wegnehmen werden.
Was ist mit Sprachtelefonie?
Benutzt das jemand? Das Skypen werden wir euch abgewöhnen, Hangouts sind für uns ja auch so ein rotes Tuch... Benutzt doch das Telekom-Netz, wir führen bald interessante Minuten-Pakete ein.
Und was ist mit Fon?
Teilen Kunden künftig über WLAN TO GO (Kooperation mit Fon) ihr WLAN mit anderen Nutzern, läuft das hierbei erzeugte Datenvolumen separat und wird für das Volumen des Kunden ebenfalls nicht angerechnet. Wenn ihr also schlau seit, macht ihr das Filesharing über den FON-Zugang, da gibt es auch keine Störerhaftung!
Verstößt die Telekom damit nicht gegen die Netzneutralität?
Was?!
Was kann ich machen, wenn ich mein Volumen aufgebraucht habe?
Die tatsächliche Umsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung erfolgt frühestens 2016, oder zu einem beliebigen Zeitpunkt früher, denn verbindlich ist nur was im Vertrag steht und nicht auf einer FAQ-Seite die wir in 5 Minuten editieren können. Naja sobald wir jemanden bei T-Systems gefunden haben der HTML und CSS kann.


Quelle: http://www.telekom.com/medien/184462
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